Ärzte Zeitung online, 06.11.2018

Volkskrankheit

Diabetes – neue Zielsetzung

Kommentar von Wolfgang van den Bergh

vdb

Schreiben Sie dem Autor vdb@springer.com

Wenige Tage vor dem Weltdiabetestag am 14. November überschlagen sich die Meldungen, welche Strategien die richtigen sind, um gegen die Epidemie vorzugehen. Dabei ist das Wort „Strategie“ mit Blick auf eine seit Jahren erhobene politische Forderung schon fast zu einem Schimpfwort geworden.

Zwar im Koalitionsvertrag vollmundig erklärt, lässt sich die Bundesregierung viel Zeit für ein Diabetes-Strategie-Konzept. Selbst hartgesottene Unionspolitiker, die seit Jahren entsprechende Anträge formulieren, verzweifeln, weil sie mal von den eigenen Leuten, mal von Teilen der SPD ausgebremst werden.

In der medizinischen Diskussion hat sich der Fokus aktuell auf das Thema Lebensstiländerung verlagert. Entsprechende Forderungen werden nicht nur symbolhaft flankiert, indem Deutsche Diabetes Gesellschaft und Deutsche Adipositas-Gesellschaft wie am Dienstag gemeinsam vor die Presse treten. Sie liefern auch den wissenschaftlichen Beleg: Bewegung und Ernährung können Arzneimittel (zunächst) ersetzen – wohl wissend, dass eine Remission nicht Heilung bedeutet. Aber es ist ein Anfang.

Fakt ist aber auch, dass Ärzte die Patienten in ihrem Bemühen abzunehmen, unterstützen müssen. Und das ist dann Praxisalltag . . .

Lesen Sie dazu auch:
Diät statt Tabletten: Gute Chance auf Remission in den ersten Jahren des Diabetes

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[11.11.2018, 16:06:00]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Warum die Bundesregierung bis heute kein Diabetes-Strategie-Konzept hat?
Tatsächlich werden Gesundheitspolitiker verschiedener Parteien in Bund und Land seit Jahren mit entsprechenden Anträgen ausgebremst, um nicht nur zum Welt-Diabetes-Tag am 14.11.2018 die drohende Diabetes-Lawine zu stoppen.

Adipositas, metabolisches Syndrom und Typ-2 Diabetes mellitus mit konsekutiven Herz-Kreislauf-Risiken sind die Volkskrankheit Nr. 1 von, um es krass auszudrücken, übersättigten ("vollgefressenen"), fehlernährten, zu viel Alkohol/Zigaretten konsumierenden, bewegungsarmen "Couch Potatoes": Die sich nur noch mit Laptop bewaffnet von Sitzung zu Sitzung, von Besprechung zu Besprechung und von Konferenz zu Konferenz schleppen, um sich abends vor dem Fernseher dann noch zur Pflege ihres metabolischen Syndroms und zur systematischen Entwicklung eines Typ-2 Diabetes mellitus häuslich niederzulassen.

Unsere Patientinnen und Patienten als Betroffene, aber auch Entscheidungsträger in Bund und Ländern müssten in postindustriellen Gesellschaften häufig anzutreffende Lebensstile und Ernährungsgewohnheiten überwinden, um zu einer entschlossenenen Anti-Diabetes-Koalition zusammen zu finden. 

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die Malaria-Gefahr wächst

Weltweit steigen Erkrankungszahlen an Malaria seit zwei Jahren wieder. Es trifft nicht nur Kinder in Entwicklungsländern, sondern auch Reisende aus Deutschland. mehr »

Kein Frühstück = höheres Diabetes-Risiko

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko für Diabetes. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Gutachter schlagen neuen Pflege-TÜV vor

Weg mit den umstrittenen Pflegenoten, ist das Ziel eines neuen Pflege-TÜVs. Im Mittelpunkt soll nicht mehr die Dokumentation stehen, sondern die Ergebnisqualität stehen. mehr »