Direkt zum Inhaltsbereich

Diabetes-Gesellschaft

„Bundesernährungsministerin stellt sich gegen Verbraucher“

Die DDG übt harsche Kritik an der Nationalen Reduktionsstrategie von Julia Klöckner (CDU).

Veröffentlicht:

BERLIN. Mit dem gerade vorgestellten „Ernährungsreport 2019“ sieht sich Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) in ihrer Nationalen Reduktionsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertiggerichten bestätigt. Danach soll bis 2025 der Gehalt dieser Stoffe schrittweise gesenkt werden. Zielvorgaben und Maßnahmen können die Hersteller selbst festlegen.

Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft DDG, übt Kritik: „Der Report enthält klare Handlungsaufforderungen an die Ministerin: 91 Prozent der Befragten wollen, dass Lebensmittel gesund sind. Doch zurzeit ist in Deutschland das Gegenteil Realität: Viele Fertiglebensmittel sind zu süß, zu fett, zu salzig. Daran wird auch die Nationale Reduktionsstrategie nicht viel ändern, denn die darin bisher vereinbarten Ziele sind viel zu gering – und sie sind nur freiwillig. Damit ignoriert Frau Klöckner ganz klar den Befund, dass 84 Prozent der Befragten den Zuckeranteil in Fertiggerichten reduzieren möchten.“

An mehreren anderen Stellen erscheine die Interpretation des Ministeriums deutlich zu positiv, so die DDG in einer Mitteilung.

So sollte der Befund, dass fast 30 Prozent der Bevölkerung nicht täglich Obst und Gemüse essen, eigentlich ein Weckruf für eine Ernährungsministerin sein. Wissenschaftler fordern schon länger, die Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse abzuschaffen und ungesunde Lebensmittel stärker zu besteuern.

Viele kritische Punkte frage der Bericht auch gar nicht ab, kritisiert die DDG, etwa die Frage, ob Verbraucher die Lebensmittelkennzeichnung verstehen. (eb/eis)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Diabetes mellitus

Zusatznutzten für Teplizumab nicht quantifizierbar

Diabetische Retinopathie

Auch seltene, milde Hypoglykämien gefährden die Netzhaut

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Rudolf Hege 17.01.201914:28 Uhr

Lippenbekenntnisse?

Der Verbraucher und seine "Wahrheiten" sind so eine Sache. Oft gibt es da die Forderung nach dem Motto: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. So würden natürlich viele gerne mehr BIO-Fleisch oder -Gemüse essen, wenn es denn genauso billig wäre, wie die Billigware aus der Massentierhaltung bzw. dem konventionellen Anbau. Nur, das geht eben nicht.
Und die Fertigprodukte hätte man gerne mit weniger Zucker, wenn sie genauso "gut" schmecken, wie mit viel Zucker.
Wer kennt aber nicht aus der Praxis die Patienten, die beispielsweise auf den Rat "Essen Sie mehr Vollkorn" antworten: "Aber Weißbrot schmeckt besser."
Zucker macht Geschmack, das ist keine neue Erkenntnis - und davon will der Verbraucher nicht weg, egal, was er in Umfragen so von sich gibt.

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Mega-Analyse

BMI ade? Beim kardiovaskulären Risiko kommt es auf das Bauchfett an

Urlaubsmitbringsel

Reisedermatosen: Wie vorgehen bei den drei häufigsten Tropenparasiten?

Lesetipps
Ein Wegweiser zum nächsten WC plus ein Symbol für eine rennende Person.

© Pixel-Shot / Stock.adobe.com

Nichtinfektiösen Durchfall erkennen

Das sind die Warnzeichen für chronische Diarrhö

Ärztin mit Patientem

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Dermatologin Yael Adler gibt Tipps

Wie man Hypochondern in der Praxis am besten begegnet