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Ein seltenes Duo: ausgeprägte Effloreszenzen und hohes Fieber

NEU-ISENBURG (cin). Hohes Fieber bis 40° C und hellrote bis tief livide, teils konfluierende Papeln an Stamm und Extremitäten - was an eine Kinderkrankheit erinnert, erwies sich als Sweet-Syndrom. Der Internist Dr. Vincent Zimmer von der Universität des Saarlandes berichtet über einen 55 Jahre alten Patienten, der als Notfall mit diesem Krankheitsbild in der Klinik gekommen war.

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Abgesehen von den eindrucksvollen Effloreszenzen waren die Befunde von Röntgen-Thorax-Aufnahme, Abdomen-Sonographie und Urin-Status unauffällig. Bei der Blutuntersuchung fielen erhöhte Entzündungsparameter und eine deutliche neutrophile Leukozytose auf.

Eine histopathologische Untersuchung bestätigte die Verdachtsdiagnose Sweet-Syndrom (Synonym: akute febrile neutrophile Dermatose). Zusätzlich ergab die Anamnese, daß der Patient einige Wochen zuvor eine kurze Durchfallepisode durchgemacht hatte (MMW 7, 2006, 57).

Die Gastroenteritis dürfte nach Einschätzung von Zimmer der Auslöser gewesen sein. Nach vorangegangenen Infekten des Magen-Darm-Traktes oder der oberen Luftwege sollte besonders bei Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auch mal an das Sweet-Syndrom gedacht werden.

Therapeutischer Gold-Standard ist die systemische und lokale Kortikoid-Therapie. Der Dermatologe Dr. Philip R. Cohen aus Texas in den USA empfiehlt in dem Internet-Forum Orphanet für seltene Krankheiten (www.orpha.net) eine systemische Behandlung mit 1 mg pro kg Körpergewicht Prednison am Morgen.

Die Kortison-Therapie fördert Entfieberung und Rückbildung der Hauterscheinungen. Prednison sollte im weiteren Verlauf auf 10 mg pro Tag reduziert und über vier bis sechs Wochen injiziert werden.

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