Ärzte Zeitung, 21.01.2005

Vorteil von Eprosartan bei Schlaganfall-Prävention

MOSES-Studie zur Sekundärprävention von Schlaganfällen / Sartan senkt Apoplexie-Risiko stärker als Nitrendipin

HAMBURG (grue). Mit jeder Zunahme des mittleren Blutdruckes um 7,5 mmHg verdoppelt sich das Schlaganfallrisiko. "Darum hat die Blutdruckkontrolle in der Primär- und Sekundärprävention von Schlaganfällen oberste Priorität", so Professor Jürgen Scholze von der Charité in Berlin.

Eine Hypertonie ist der stärkste Risikofaktor für die Entwicklung zerebrovaskulärer Erkrankungen. Umgekehrt läßt sich das Schlaganfall-Risiko um 42 Prozent reduzieren, wenn der diastolische Blutdruck im Mittel um 5,8 mmHg gesenkt wird. Das habe eine Metaanalyse von 14 Studien mit 37 000 Patienten ergeben, sagte Scholze auf einer Veranstaltung des Unternehmens Trommsdorff in Hamburg.

Für die Primärprävention von Schlaganfällen sollte der Blutdruck Werte von 140/90 mmHg nicht übersteigen, in der Sekundärprävention sollte er unter 130/80 mmHg liegen. Um das zu erreichen, müssen meist mehrere Antihypertensiva kombiniert werden, vorzugsweise solche, die in Studien zerebroprotektiv wirkten. Wie Scholze berichtete, haben in der Primärprävention von Schlaganfällen Kalziumantagonisten, Diuretika und Angiotensin-Rezeptorblocker (ARB) besser abgeschnitten als Betablocker und ACE-Hemmer.

In der Sekundärprävention war die Studienlage bisher dünn, hier sprach einiges für ARB und ACE-Hemmer, letztere aber nur in Kombination mit Diuretika. "Mit der MOSES-Studie haben wir nun den direkten Vergleich zweier Antihypertensiva", sagte Scholze.

In dieser deutschen Studie zur Sekundärprävention konnte mit dem ARB Eprosartan das Risiko für Schlaganfälle um 25 Prozent stärker gesenkt werden als mit dem Kalziumantagonisten Nitrendipin, und das bei vergleichbarer Blutdrucksenkung. Eprosartan stimuliere, wie alle ARB, besonders stark die AT-2-Rezeptoren. Das könne für die zerebroprotektive Wirkung die Ursache sein, so Scholze.

"Dieses Sartan scheint aber auch den Sympathikus stark zu dämpfen, was einen zusätzlichen und klassenunabhängigen Vorteil bringt", sagte Scholze. In der MOSES-Studie habe sich besonders die Kombination aus Eprosartan und dem Diuretikum Hydrochlorothiazid bewährt (als Emestar® plus im Handel). Damit waren drei von vier Patienten nach zwölf Wochen im Blutdruck-Normbereich.

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