Kardiologie

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Ärzte Zeitung, 22.06.2007

Aortenklappenersatz nun auch am schlagenden Herzen möglich

Verfahren erfolgt transfemoral oder transapikal per Herzkatheter mit Klappenstent

FRANFURT / MAIN (cin). Aortenklappenersatz bedeutete für Patienten bisher immer Herzoperation plus Herz-Lungen-Maschine. Kardiochirurgen und Kardiologen der Uni Frankfurt/Main haben nun erfolgreich ein minimal-invasives Verfahren am schlagenden Herzen in einer Studie getestet.

"Damit haben wir eine Methode generiert, die das Beste aus beiden Fachbereichen enthält und für Patienten das Op-Risiko reduziert", sagte der Frankfurter Kardiologe Professor Volker Schächinger. Mit dem neuen Verfahren kann auf zwei Wegen die Aortenklappe erreicht werden: Zum einen wie beim Herzkatheter transfemoral über die Arteria femoralis. Zum anderen transapikal durch die Herzspitze. "Dabei wird im fünften Interkostalraum ein etwa sieben Zentimeter langer Schnitt vorgenommen", sagte Professor Gerhard Wimmer-Greinecker bei einer Veranstaltung der Uni Frankfurt.

Bei beiden Methoden wird ein Katheter bis zur Aortenklappe vorgeschoben. Beim transfemoralen Zugang über den Aortenbogen bis in die linke Herzkammer. Beim transapikalen Zugang wird die Herzspitze freigelegt, inzidiert und der Katheter bis in die Aorta vorgeschoben.

Anschließend wird der Ballon des Katheters in Höhe der degenerierten Klappe positioniert und dilatiert. Nach der Prozedur wird die Prothese, ein Herzklappenstent aus rostfreiem Edelstahl, unter echo- und angiografischer Kontrolle in der Position der Herzklappe gebracht. Der Ballon mit der Prothese wird aufgedehnt und ersetzt die alte Klappe. "Wenn kein Blut ins Herz zurückfließt, ist die Klappe richtig positioniert", erläuterte Wimmer-Greinecker.

Mehr als 20 Patienten haben mittlerweile in Frankfurt mit dem minimalinvasiven Verfahren eine neue Klappe erhalten - weltweit etwa 100. Zwar gebe es noch keine Langzeitergebnisse, doch sei die Sterberate während der Op signifikant niedriger als bei herkömmlichen Verfahren, so der Herzchirurg. Die Patienten könnten meist schon am Tag nach Op auf die Normalstation zurück. Und: Das Verfahren sei auch für die Patienten eine Option, die aufgrund ihrer Risikofaktoren wie Alter oder Hypertonus nicht operiert werden könnten.

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