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Forscher fündig: So schädigt Stress bei der Arbeit das Herz

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LONDON (ob). Als Stress empfundener Leistungsdruck am Arbeitsplatz begünstigt die Entstehung einer KHK. Nach Ergebnissen einer neuen Studie sind dabei außer einer ungesunden Lebensweise auch durch Stress direkt hervorgerufene Störungen der neuroendokrinen Regulation pathophysiologisch wirksam.

Wie britische Epidemiologen auf Grundlage neuer Studiendaten berichten, ist ein dauerhaft erhöhter Stress am Arbeitsplatz mit einer erhöhten Inzidenz von Koronarereignissen assoziiert (Eur Heart J online). Im 12-jährigen Beobachtungszeitraum hatten Gestresste 1,3-fach häufiger eine KHK und erlitten 1,5-mal öfter einen Herzinfarkt. Bei den 37- bis 49-jährigen Berufstätigen war diese Beziehung zwischen Arbeitsstress und KHK-Risiko am deutlichsten erkennbar: Hier war die KHK-Rate um das etwa 1,7-fache erhöht.

Ein erklärtes Hauptziel der Forscher war, den biologischen Mechanismen, die dieser Assoziation zugrunde liegen, auf die Spur zu kommen. Ihre Erkenntnis: Zum Teil fördert Arbeitsstress indirekt - nämlich über die Assoziation mit einem ungesunden Lebensstil - die KHK-Entstehung. Am Arbeitsplatz stark gestresste Personen ernährten sich weniger gesund, waren bewegungsfauler und wiesen häufiger die für das Metabolische Syndrom typischen Risikomerkmale wie Hypertonie oder Übergewicht auf.

Aber auch direkte biologische Stresswirkungen auf das vegetative Nervensystem und das neuroendokrine System könnten von Bedeutung sein. Bei stressgeplagten Arbeitnehmern wurde eine verminderte Herzfrequenzvariabilität festgestellt, was auf eine Abschwächung der vagalen Aktivität mit konsekutivem Übergewicht der Sympathikus-Aktivität schließen lässt. Zudem gab es Hinweise auf einen erhöhten morgendlichen Kortisolspiegel, was nach Ansicht der Autoren auf eine verstärkte stressinduzierte Aktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Achse hindeuten könnte.

Grundlage der aktuellen Analyse bilden die Daten von 10 308 Angestellten in London, die in der 1985 gestarteten Whitehall-II-Studie bis zum Jahr 2004 regelmäßig befragt und untersucht worden sind.

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