Ärzte Zeitung, 25.02.2011

Mit beschichteten Stents ist Rate der Spätkomplikationen nicht erhöht

Aktuelle Studien belegen: Mit Sirolimus oder Everolimus beschichtete Koronarstents erhöhen nicht das kardiovaskuläre Risiko.

DRESDEN (sir). Moderne Drug-elu-ting Stents (DES) erhöhen nicht die Zahl kardiovaskulärer Ereignisse. Im Gegenteil: Nach DES-Implantation war der klinische Verlauf sogar besser als nach Behandlung mit reinen Metallstents.

Die Sorge um vermehrte Spätkomplikationen und dadurch bedingte Todesfälle beim Einsatz von Drug-eluting Stents könnte sich durch eine aktuelle Untersuchung legen.

In der BASKET-PROVE-Studie wurden neuere, mit Sirolimus oder Everolimus beschichtete Koronarstents mit herkömmlichen reinen Metallstents verglichen. 2314 Patienten mit Indikation zur Implantation eines Konorarstents ab 3 mm Durchmesser nahmen daran teil.

Professor Christian W. Hamm aus Bad Nauheim berichtete bei den Dresdner Herz-Kreislauf-Tagen: "Es zeigte sich keine Erhöhung im primären Studienendpunkt aus kardiovaskulär bedingten Todesfällen und nicht-tödlichen Myokardinfarkten durch Verwendung beschichteter Stents."

Im Trend war die Ereignisrate nach DES-Implantation sogar niedriger, die Signifikanz beim Unterschied wurde knapp verfehlt. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Revaskularisierung nötig wird, war mit beiden Arten beschichteter Gefäßstützen hochsignifikant gesenkt.

In einer weiteren aktuellen Studie (PCI-SPIRIT IV) wurden beschichtete Stents der ersten und zweiten Generation miteinander verglichen. Zwei Drittel der 3.690 Teilnehmer erhielten einen XIENCE-V, der Everolimus freisetzt, und ein Drittel einen Paclitaxel freisetzenden TAXUS-Stent.

Primärer Studienendpunkt war ein klinisches Ereignis an der Zielläsion. Dies trat binnen zwei Jahren bei 6,9 Prozent der Teilnehmer mit Everolimus- und 9,9 Prozent mit Paclitaxel-Stent auf, ein signifikanter Unterschied.

XIENCE-V war auch bei der Einjahresrate der ischämiebedingten Revaskularisationen überlegen. Beim kombinierten Endpunkt aus kardialem Tod und Infarkt im Zielgefäß zeigte er sich zumindest nicht unterlegen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So hoch ist die Lebenserwartung in der Welt

Wer als Junge in Deutschland geboren wird, darf sich im Schnitt auf 78 Jahre freuen. Wie hoch ist die Lebenserwartung in anderen Ländern der Welt? Wir geben die Antwort. mehr »

Pflege-Eigenanteil deckeln!

16:41Viele Bürger beklagen, dass Pflegeheime teuer sind, berichtet die DAK in ihrem Pflegereport. Kassenchef Storm schlägt nun vor, den Eigenanteil zu beschränken. Das entflammt eine neue Debatte über die Pflege-Finanzierung. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »