Ärzte Zeitung, 09.04.2013
 

Leitartikel zu Herz-Stammzellen

Ernüchternde Bilanz und neue Perspektiven

Neue Herzmuskelzellen aus multipotenten Knochenmarkzellen - dies schien ein guter Weg zu sein, die Leistungskraft des Herzens nach Schädigung durch einen Infarkt wieder auf Vordermann zu bringen. Inzwischen sieht man das nüchterner.

Von Peter Overbeck

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Stammzellen in Nährlösung. Sie werden auch zur Regeneration von Myokardgewebe in Studien genutzt.

© Jens Goepfert / shutterstock.com

Mehr als zehn Jahre sind inzwischen nach der ersten erfolgreichen intrakoronaren Übertragung von humanen autologen Stammzellen zur Regeneration von Myokardgewebe nach Herzinfarkt vergangen.

Die dem Konzept der regenerativen Zelltherapie bei Herzerkrankung zugrunde liegende Idee klingt plausibel: Man nehme zur Differenzierung in unterschiedliche Zelltypen fähige Stammzellen, bringe sie an den Ort zerstörten Herzgewebes mit dem Ziel, dass daraus funktionsfähige neue Myokardzellen entstehen, die zur Verbesserung der gestörten Pumpfunktion eines durch Infarkt geschädigten linken Ventrikels beitragen.

Der Mensch hilft sozusagen der Natur mechanisch auf die Sprünge, die zwar ein großes Reservoir an pluripotenten Stammzellen im Körper bereitstellt, eine Aktivierung dieser Zellen zumindest für die Regeneration von Herzgewebe aber offensichtlich nicht für nötig hält.

Leider konnte dieses Versprechen durch die regenerative Zelltherapie in ihrer bisherigen Form nicht überzeugend eingelöst werden ...

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