Hirn

Aneurysmen rücken in den Fokus

Das optimale Procedere bei Hirnaneurysma ist nicht immer klar – etwa bei den anzustrebenden Blutdruckzielen.

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BERLIN. Etwa 1,5 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einem Hirnaneurysma, die meisten von ihnen zeitlebens unerkannt.

"Das Risiko, dass ein zufällig entdecktes Aneurysma innerhalb der nächsten fünf Jahre platzt, liegt individuell zwischen etwa 0,5 und 18 Prozent", so Professor Helmuth Steinmetz, dritter Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), in einer Mitteilung der DSG vorab zum Weltschlaganfalltag am 29. Oktober. "Die Wahrscheinlichkeit ist abhängig von zahlreichen patientenindividuellen Faktoren. Hierzu zählen Größe, Lage und Form des Aneurysmas, aber auch Bluthochdruck und Lebensalter des Patienten."

Bei der Entscheidung für oder gegen einen Verschluss des Aneurysmas würden Risiken und Nutzen abgewogen. "Vor allem bei kleinen Aneurysmen, älteren oder bereits anderweitig kranken Betroffenen kann das Risiko eines Eingriffs über dem Risiko einer Blutung liegen", erinnert Steinmetz.

Werde gegen den Verschluss eines Aneurysmas entschieden, so ergebe sich die Frage anderer vorbeugender Maßnahmen. Zum einen werde üblicherweise der weitere Verlauf mittels MRT kontrolliert. "Wenn ein Aneurysma wächst, entscheiden sich die Experten dann oft doch für eine neurochirurgische Op oder eine neuroradiologische Katheter-Intervention, da wachsende deutlich gefährlicher als größenstabile Aneurysmen sind", so der Experte von der Uniklinik Frankfurt.

Wichtig sei zudem eine effektive Blutdrucksenkung. Derzeit untersuchten Experten der DSG gemeinsam mit holländischen Kollegen, ob hierfür das übliche Therapieziel von systolischen Werten unter 140 mmHg ausreicht oder ob – wie für andere Gefäßkrankheiten bereits bewiesen – Zielwerte unter 120 mmHg systolisch den größeren Schutz für den Patienten böten. (eb)

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