Venenthrombose: ASS gegen Rezidive

PERUGIA (BS). Bei unprovozierter venöser Thromboembolie ist nach Ende der oralen Antikoagulation das Rezidivrisiko hoch. Mit niedrig dosierter ASS lässt es sich deutlich reduzieren.

Veröffentlicht:

Nach venösen Thromboembolien (VTE) ohne erkennbaren Auslöser kommt es nach Abschluss der oralen Antikoagulation bei jedem fünften Patienten binnen zwei Jahren zu einem erneuten Ereignis. Durch niedrig dosierte ASS kann die Rezidivrate fast halbiert werden - ohne das Risiko für schwere Blutungen zu erhöhen.

Die sekundärpräventive Wirkung von ASS nach idiopathischer tiefer Venenthrombose oder Lungenembolie wurde jetzt in einer kontrollierten Studie nachgewiesen (NEJM 2012; 366: 1959).

Die 402 Studienteilnehmer hatten im Anschluss an eine 6- bis 18-monatige orale Antikoagulation täglich entweder 100 mg ASS oder Placebo erhalten.

Binnen 24 Monaten kam es bei 28 von 205 ASS-Patienten und bei 43 von 197 Placebopatienten zu einer zweiten VTE.

Das entspricht einer jährlichen Rezidivrate von 6,6 versus 11,2 Prozent und damit einer Risikoreduktion durch ASS von 47 Prozent, wenn der Einfluss von Alter, Geschlecht, Art der ersten VTE und Dauer der Antikoagulation berücksichtigt wurden.

Der Schutz vor Rezidiven wurde bei den Patienten nicht mit einem erhöhten Blutungsrisiko erkauft. In beiden Gruppen ereigneten sich jeweils drei leichte Blutungen und eine schwere (nicht tödlich).

Die Studienautoren um Dr. Cecilia Becattini von der Universitätsklinik Perugia sehen in ASS deswegen "eine mögliche Alternative zur oralen Antikoagulation für die langfristige Sekundärprävention von VTE".

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

An Embolie und Dissektion denken!

Junge Frauen mit Herzinfarkt: Oft ist es keine Atherosklerose

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Weltkrebstag 2026

Was es für die optimale Krebsversorgung auf dem Land braucht

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

Lesetipps
Eine Frau hält eine Lupe über die Abbildung einer Gebärmutter.

© Gambar / stock.adobe.com

Humane Papillomviren

Nach Impfung: HPV-Screening nur zwei- bis dreimal im Leben?

Ein einbandagierter Fuß

© Patrick Bonnor / stock.adobe.com

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist

Rita Süssmuth steht in ihrem Büro im Deutschen Bundestag.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Nachruf

Rita Süssmuth: Kämpferin gegen Diskriminierung