Ärzte Zeitung, 05.06.2012

Venenthrombose: ASS gegen Rezidive

PERUGIA (BS). Bei unprovozierter venöser Thromboembolie ist nach Ende der oralen Antikoagulation das Rezidivrisiko hoch. Mit niedrig dosierter ASS lässt es sich deutlich reduzieren.

Nach venösen Thromboembolien (VTE) ohne erkennbaren Auslöser kommt es nach Abschluss der oralen Antikoagulation bei jedem fünften Patienten binnen zwei Jahren zu einem erneuten Ereignis. Durch niedrig dosierte ASS kann die Rezidivrate fast halbiert werden - ohne das Risiko für schwere Blutungen zu erhöhen.

Die sekundärpräventive Wirkung von ASS nach idiopathischer tiefer Venenthrombose oder Lungenembolie wurde jetzt in einer kontrollierten Studie nachgewiesen (NEJM 2012; 366: 1959).

Die 402 Studienteilnehmer hatten im Anschluss an eine 6- bis 18-monatige orale Antikoagulation täglich entweder 100 mg ASS oder Placebo erhalten.

Binnen 24 Monaten kam es bei 28 von 205 ASS-Patienten und bei 43 von 197 Placebopatienten zu einer zweiten VTE.

Das entspricht einer jährlichen Rezidivrate von 6,6 versus 11,2 Prozent und damit einer Risikoreduktion durch ASS von 47 Prozent, wenn der Einfluss von Alter, Geschlecht, Art der ersten VTE und Dauer der Antikoagulation berücksichtigt wurden.

Der Schutz vor Rezidiven wurde bei den Patienten nicht mit einem erhöhten Blutungsrisiko erkauft. In beiden Gruppen ereigneten sich jeweils drei leichte Blutungen und eine schwere (nicht tödlich).

Die Studienautoren um Dr. Cecilia Becattini von der Universitätsklinik Perugia sehen in ASS deswegen "eine mögliche Alternative zur oralen Antikoagulation für die langfristige Sekundärprävention von VTE".

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die häufigsten Fehler bei der Opioid-Therapie

Nehmen Patienten Opioide ein, müssen sie einiges beachten. Manches Missverständnis und mancher Einnahmefehler können Ärzte mit zwei Sätzen der Erklärung ausräumen. mehr »

Spahn im Dialog mit den Ärzten

Seit Monaten wird heiß ums Terminservice- und Versorgungsgesetz diskutiert. Heute stellte sich Jens Spahn direkt den Fragen der Ärzteschaft zu TSVG, Sprechstunden und Co. Das Wichtigste der Veranstaltung in 13 Tweets. mehr »

Spahn bleibt bei Sprechstundenzeiten hart

Das Termineservicegesetz wird nachgebessert werden, aber nicht bei den Sprechstundenzeiten. Das stellt Jens Spahn beim Neujahrsempfang des Hausärzteverbands klar. mehr »