Ärzte Zeitung online, 24.11.2018

Schwerhörigkeit

Warnsignal kranke Ohren

Kommentar von Robert Bublak

zur Galerie klicken

Schreiben Sie dem Autor robert.bublak@springer.com

Schwerhörigkeit als Krankheitszeichen weist offenbar weit über das Gehör hinaus. Eine aktuelle Studie bestätigt das erneut.

Dabei geht es nicht allein um Assoziationen mit Depressionen, kognitiven Einbußen und Demenz, wie frühere Studien bereits gezeigt hatten. Neu auftretender, das Altern begleitender Hörverlust scheint vielmehr ein Zeichen dafür zu sein, dass es im Körper insgesamt nicht zum Besten steht. Das Risiko für Stürze und Knochenbrüche steigt, und Schwerhörige haben im Vergleich zu Menschen mit intaktem Gehör ein höheres Risiko, Herzinfarkte sowie Schlaganfälle zu erleiden. Die Frage nach dem kausalen Zusammenhang kann eine retrospektive Studie wie die vorliegende nicht beantworten. Doch sie drängt sich auf und wäre dringend zu klären. Denn nur dann ließe sich abschätzen, ob der Einsatz von Hörhilfen sich positiv auf den allgemeinen Gesundheitszustand auswirkt.

Ebenfalls denkbar ist, dass der Hörverlust nur ein Indiz ist, aber nicht die Ursache der Misere. Dann würde es nicht genügen, den Betroffenen zu besserem Hören zu verhelfen. Vielmehr müsste auch andernorts angesetzt werden – bei veränderten Mikrogefäßen etwa oder bei entzündlichen Prozessen, die womöglich für das gesamte Bündel an Folgen verantwortlich sind.

Lesen Sie dazu auch:
US-Studie: Hörverlust geht mit vielen Begleitkrankheiten einher

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »