Ärzte Zeitung online, 05.06.2015

USA

Lustpille für Frauen soll bald kommen

NEW YORK. In den USA könnte bald eine Lustpille für Frauen auf den Markt kommen. Das Präparat Flibanserin soll Frauen helfen, die unter medizinisch begründeter Unlust auf Sex leiden.

Ein Ausschuss der amerikanischen Arzneibehörde FDA empfahl am Donnerstag mit 18 zu 6 Stimmen, die rosa Pille zuzulassen. Allerdings sollten vorerst noch mehr mögliche Nebenwirkungen erforscht werden.

Flibanserin war eine Entwicklung der rheinland-pfälzischen Boehringer Ingelheim, die das Projekt aber 2010 nach einem negativen FDA-Bericht aufgab.

Sprout Pharmaceuticals aus Raleigh, North Carolina, übernahm danach die Forschung, die jetzt zum Erfolg führen könnte.

Nach Angaben des Unternehmens sind sieben Prozent aller Frauen vor den Wechseljahren von einer Störung der Libido, die nicht durch Krankheiten erklärt werden kann, betroffen. Wird Flibanserin zugelassen, müssten sie jeden Abend die rosa Pille nehmen.

Flibanserin war nach 2010 noch einmal 2013 von der FDA abgelehnt worden, weil es noch nicht als sicher galt.

Darauf gab es heftige Kontroversen zwischen Frauenrechtsgruppen. Die einen warfen der Behörde Sexismus vor, weil sie Viagra zugelassen habe, nicht aber Flibanserin.

Andere Gruppen behaupteten, das Unternehmen missbrauche die Aktivisten, um ein noch nicht als sicher bewiesenes Präparat durchzudrücken. (dpa)

Haben Frauen generell weniger Lust als Männer? Und wie lässt sich die weibliche Libido steigern? Diese und weitere Fragen beantwortet der Münchner Urologe Dr. Ulrich Pickl im Video-Interview mit springermedizin.de:

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Künstliches Pankreas punktet im Alltag

Ein „closed loop“ aus sensorgestützter Glukosemessung und Insulinpumpe kann die Stoffwechseleinstellung bei Diabetes deutlich verbessern, zeigt eine US-Studie auf. mehr »

Kontroverse um Spahns Gesetz für besseren Masernschutz

Der Bundestag hat in erster Lesung das geplante Masernschutzgesetz debattiert. Die Opposition kritisiert, das Gesetz atme zu viel Zwang und Sanktion. mehr »

Tuberkulose bleibt die infektiöse Todesursache Nummer 1

Inzidenz und Mortalität der Tuberkulose gehen einem WHO-Report zufolge weltweit zurück. Die für 2020 angestrebten Ziele sind trotzdem außer Reichweite. mehr »