Ärzte Zeitung, 15.11.2005

Skepsis über Selbstheilung bei HIV-Infektion

BERLIN (dpa). Nach den Meldungen über die angebliche Selbstheilung eines jungen HIV-infizierten Briten ist es nach Ansicht deutscher Spezialisten für großen Optimismus viel zu früh.

Bei dem jungen Mann war die Infektion im August 2002 nachgewiesen worden. Bei einem zweiten Test im Oktober 2003 war dann keine Infektion mehr nachgewiesen worden.

Es seien zuwenig Details bekannt, sagte der Aids-Spezialist des Robert Koch-Institutes (RKI), Dr. Ulrich Marcus in Berlin. Theoretisch sei es möglich, daß das Immunsystem es geschafft habe, das Virus zu eliminieren. Das Immunsystem könnte durch bestimmte genetische Variationen begünstigt sein, oder das HI-Virus hatte selbst einen genetischen Defekt, sagte Marcus.

Darüber hinaus sei unklar, durch welche Methode das Verschwinden der HI-Viren in dem britischen Fall überprüft worden sei. Der Aidserreger kann weiterhin in Körperzellen schlummern, auch wenn im Blut keine Antikörper mehr nachzuweisen sind.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »