Rückschlag in der Entwicklung von Gel gegen HIV

GENF (dpa). Die Entwicklung eines neuartigen Schutzes gegen HIV-Infektionen hat einen Rückschlag erlitten: Zwei klinische Studien wurden abgebrochen, weil der Wirkstoff Zellulosesulfat in antiviral wirksamen Mikrobiziden das Risiko für eine Infektion erhöhte, statt es zu verringern.

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Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Internationale Aids-Gesellschaft (IAS) und die US-Hilfsorganisation Conrad berichten, ist derzeit nicht geklärt, warum das Infektionsrisiko in den Studien stieg.

In den Studien - in der einen Studie mit Frauen in Benin, Indien, Südafrika und Uganda sowie in der anderen Studie in Nigeria - wurde nach einem wirksamen Mikrobizid gesucht. Solche Gele sind transparent, sie riechen und schmecken nicht. Mikrobizide zerstören das HI-Virus komplett oder inaktivieren seine Bestandteile. Die Mittel bilden eine Sperre zwischen Virus und Schleimhaut, verhindern das Verschmelzen des Virus mit der Wirtszelle oder hemmen die Vermehrung des bereits in die Wirtszelle integrierten Aids-Erregers.

Statt des erwünschten Effektes kam es in der ersten Frauengruppe mit dem Wirkstoff im Gel jedoch zu mehr Infektionen als in der Placebo-Gruppe, wie die WHO berichtete. Diese Untersuchung sei daraufhin gestoppt worden. Auch die zweite Studie in Nigeria wurde unterbrochen. Das Resultat sei "sehr enttäuschend", erklärte IAS-Präsident Pedro Cahn.

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