Ärzte Zeitung online, 03.11.2014
 

Jemen

Menschenrechtler beklagen Diskriminierung von Aids-Patienten

SANAA. Aids-Kranken wird im jemenitischen Gesundheitswesen nach Angaben von Menschenrechtlern systematisch die Behandlung verweigert.

Das teilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) in einem am Montag veröffentlichten Bericht mit.

Demnach würden staatliche wie private Krankenhäuser in dem arabischen Land Patienten ablehnen, die das HI-Virus in sich tragen. "Kranke Menschen aus einem Krankenhaus zu schmeißen, weil sie HIV haben, ist nicht nur diskriminierend - es ist grausam", sagte Nadim Houry, der Nahostleiter von HRW.

Der Bericht fußt auf Gesprächen mit Patienten und Mitarbeitern des jemenitischen Gesundheitswesens. In einem offenen Brief an den Gesundheitsminister des Landes prangerte HRW die Missstände an.

Die Menschenrechtsorganisation fordert die Umsetzung eines 2009 verabschiedeten Gesetzes, das Aids-Patienten kostenlose Behandlungen zusagt und sie vor Diskriminierung schützt.

Nach Angaben der Vereinten Nationen lebten 2013 im Jemen rund 6000 mit dem HI-Virus infizierte Menschen. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »