Ärzte Zeitung, 10.02.2015

Appell

Mehr ältere HIV-Infizierte in Studien!

GÖTTINGEN. Bisher sind in den meisten nationalen Studien zu HIV die HIV-Tests auf Menschen beschränkt, die jünger als 50 oder 55 Jahre sind.

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Göttingen und der Harvard School of Public Health fordert nun , dass bei Datenerhebungen im Zusammenhang mit HIV in Entwicklungsländern auch ältere Menschen bei HIV-Tests mit einbezogen werden sollten (The Lancet HIV 2015; 2, 2, e40 - e41), teilt die Uni Göttingen mit.

"Eine Ausweitung der Tests auf ältere Menschen liefert wichtige Informationen für das zukünftige Design von HIV-Prävention und -Behandlung", wird Juniorprofessor Dr. Sebastian Vollmer von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen zitiert.

Er und seine Kollegen verweisen dabei vor allem auf die Veränderung der Altersstruktur der Epidemie.Durch die Ausweitung der Antiretroviralen Therapie (ART) erreichten immer mehr Infizierte auch in Entwicklungsländern ein höheres Alter.

Besonders für die Beobachtung gesundheitlicher und sozio-ökonomischer Langzeiteffekte von ART seien Infos über Zahl und Charakteristika älterer HIV-Patienten relevant.

Die Forscher erinnerten darüber hinaus daran, dass auch ältere Menschen noch sexuell aktiv sind und sich mit dem Virus infizieren können, heißt es in der Mitteilung. Daher sei eine gute Datengrundlage wichtig, um altersspezifische Risikofaktoren einer Ansteckung zu ermitteln.

Die Ausweitung der HIV-Tests könnte auch das Stigma HIV-Infizierter verringern. In vielen Kulturen hätten ältere Menschen ja eine Vorbildfunktion und könnten durch ihre Teilnahme die generelle Akzeptanz der Tests erhöhen. (eb)

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