Ärzte Zeitung, 07.05.2004

Harmloser Keim hilft Infektiologen

Keine Würstchen, sondern Bakterien der harmlosen Art Wolinella succinogenes, aufgenommen mit Hilfe eines Elektronenmikroskops. Foto: MPI für Entwicklungsbiologie

TÜBINGEN (ple). Entwicklungsbiologen aus Tübingen ist es gelungen, die Erbinformation des harmlosen Bakteriums Wolinella succinogenes vollständig zu entschlüsseln.

Der Keim ist mit den Infektionserregern Helicobacter pylori und Campylobacter jejuni verwandt und lebt im Pansen von Rindern. Jetzt können die Genome aller drei Keime miteinander verglichen werden, wie die Max-Planck-Gesellschaft mitteilt.

Aus den Ergebnissen des Vergleichs erhoffen sich die Entwicklungsbiologen, Rückschlüsse auf die Wechselwirkungen zwischen den Bakterien und Menschen oder Rindern ziehen zu können. Wolinella besitzt etwa ein Drittel mehr Gene als die beiden anderen Keime.

Auffallend sei, so die Forscher, daß Wolinella viele Gene hat, die bisher nur in pathogenen Bakterien vermutet wurden und in diesen essentiell für eine Infektion sind. Daß die anderen Keime weniger Gene haben, ist eine Hinweis darauf, wie stark sie sich an Menschen oder Tiere angepaßt haben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »