Ärzte Zeitung, 27.07.2010

Bei Mäusen geht's: Immunschutz gegen Malaria

HEIDELBERG (hub). Einen neuen Ansatz gegen Malaria haben Forscher aus Heidelberg entwickelt. Sie kombinieren Makrolide mit einer Sporozoiten-Infektion.

Die Forscher behandelten Mäuse mit Clindamycin oder Azithromycin und infizierten sie gleichzeitig mit Sporozoiten, teilt die Max-Planck-Gesellschaft mit.

Dieses Stadium des Malaria-Erregers Plasmodium wird in der Natur von Mücken übertragen. Durch die Antibiotika wurde die Entwicklung von Merozoiten in den Leberzellen der Mäuse nicht blockiert. Die Merozoiten reiften vielmehr normal heran, konnten aber keine Erythrozyten befallen, was normalerweise der Fall ist.

Die Mäuse zeigten vielmehr eine robuste Immunantwort auf die unter Gabe von Antibiotika erfolgte Sporozoiten-Infektion: Wurden sie 40 Tage, vier oder sechs Monate nach dieser Behandlung erneut mit Sporozoiten infiziert - jetzt ohne Anwendung von Makroliden - zeigten alle Tiere einen kompletten Schutz gegen Malaria.

Diese Quasi-Impfung könnte für Länder mit hohen Malariainfektionsraten zu einer Option werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »