Ärzte Zeitung, 13.08.2010

West-Nile-Fieber jetzt erstmals in Griechenland

DÜSSELDORF (eb). Wer nach Griechenland reist, sollte ausreichenden Mückenschutz im Gepäck haben, rät das CRM Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf. Erstmals sind jetzt in Thessaloniki 22 Menschen an dem von Mücken übertragenen West-Nile-Fieber erkrankt. Drei ältere Patienten starben. West-Nile-Fieber kommt vor allem in den Tropen und Subtropen und seit einigen Jahren auch in Nord-Amerika vor.
Die Ausbreitung des Erregers kann sehr schnell über weite Regionen erfolgen. 1999 tauchte das Virus erstmals an der Westküste der USA auf, innerhalb weniger Jahre war es bis zur Ostküste vorgedrungen.
Die Krankheit bricht etwa drei bis sechs Tage nach dem Stich durch eine infizierte Mücke aus. Fieber und Muskelschmerzen sind typische Symptome. Später schwellen oft noch die Lymphknoten an. Rund ein Drittel der Erkrankten entwickelt an Brust, Rücken und Armen einen Hautausschlag, der jedoch ohne Schuppung abheilt. Bei einigen Patienten kommt es zu Hirn- oder Hirnhautentzündung. Vor allem bei älteren Menschen kann die Infektion tödlich verlaufen. Eine Impfung gegen West-Nile-Fieber gibt es bisher nicht.
"Vor allem mit Einbruch der Dämmerung sind die Überträgermücken aktiv", sagt Privatdozent Tomas Jelinek vom CRM. Schlafstätten sollten daher möglichst mückenfrei gehalten werden. Moskitonetze bieten dafür den besten Schutz. Um auch kleinste Stechmücken abzuhalten aber dennoch eine gute Luftzirkulation zu ermöglichen, sollte das Netz eine Lochgröße zwischen 1,2 und 1,5 mm haben. Eine zusätzliche Imprägnierung mit Permethrin erhöht die Effektivität.
Helle Kleidung ist zudem besser als dunkle, da dunkle Flächen die Insekten anlocken. Auch zu dünne Stoffe können von den Mücken durchstochen werden. Zudem sollte auf nicht bedeckte Hautstellen ein spezielles Mückenabwehrmittel (Repellent) aufgetragen werden. Repellents, die den Wirkstoff DEET (Diethyl-m-Toluamid) beinhalten, haben sich gut bewährt. Sie bieten mindestens drei bis vier Stunden lang Schutz gegen die meisten stechenden Insekten.

Aktuelle Reise-Gesundheits-Informationen und Adressen von Beratungsstellen veröffentlicht das Centrum für Reisemedizin unter: www.crm.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »