Ärzte Zeitung, 15.10.2014

Antibiotika

Neue Waffe gegen Klinikkeime

BRAUNSCHWEIG. Zwei Substanzen aus Myxobakterien haben sich als hoch wirksam gegen multiresistente Staphylokokken erwiesen, teilt das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig mit. Sie kämen als Grundlage für neue Medikamente in Frage (Angewandte Chemie International Edition 2014, online 7. Oktober).

Deutsche Forscher haben nachgewiesen, dass die beiden Wirkstoffe - Disciformycin A und B - hochaktiv gegen resistente Staphylokokken und andere Erreger sind. Außerdem liegt keine Kreuzresistenz gegen bisherige Antibiotika vor, was bedeutet, dass sie anders wirken als die bekannten Bakteriostatika.

Als Substanzen mit hoher potenzieller therapeutischer Breite bekämpfen Disciformycin A und B grampositive Bakterien, ohne menschlichen oder tierischen Zellen zu schaden.

Die Macrolid-Glykoside mit zwölf Ringgliedern haben eine einzigartige Struktur, wie die Forscher durch Analysen mit Kernspinresonanzspektroskopie, Massenspektrometrie, Methoden des Molekülabbaus und Molekül-Modellen herausgefunden haben.

Isoliert wurden die Antibiotika aus Kulturen des Myxobakteriums Pyxidicoccus fallax, das natürlicherweise im Boden vorkommt. Auch untersuchten die Forscher das Gen-Cluster, das für die Bestandteile der Biosynthese kodiert.

Die aktivere Substanz ist das Disciformycin B, das effektiv Methicillin- and Vancomycin-resistente Staphylococcus aureus hemmt.

Geplant ist, die Substanzen zum Patent anzumelden und weiter zu erforschen. Dass gleich mehrere Arbeitsgruppen Moleküle ähnlicher Struktur gefunden haben, bestärke die Einschätzung, dass sich die Weiterentwicklung lohne, heißt es in der Mitteilung. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »