Ärzte Zeitung, 04.04.2016

Zika

Forscher präsentieren die Feinstruktur des Virus

US-Forscher haben feinste Strukturen auf der Hülle der Zika-Viren analysiert. Sie könnten einen Hinweis darauf geben, warum das Virus über die Infektion von Schwangeren auch in Föten eindringen kann.

WEST LAFAYETTE. Das Zika-Virus ähnelt in seiner Struktur weitgehend dem Dengue-Erreger, hat jedoch entscheidende Unterschiede. Das ergab eine Analyse der Virenhülle, die sogar noch nahezu atomgroße Strukturen zeigte (Science 2016; online 31. März).

Die Zika-Viren stehen bekannterweise im Verdacht, über Infektionen von Schwangeren bei Ungeborenen eine Mikrozephalie auszulösen. Die Strukturunterschiede auf der Virenhülle könnten bedeutend für die beobachteten Fehlbildungen sein, meinte Devika Sirohi von der Purdue University in West Lafayette, die Erstautorin der Studie.

Im Blickfeld der Wissenschaftler steht vor allem ein spezifisches Glykoprotein auf der Oberfläche von Zika-Viren, das eine leichte Strukturänderung aufwies.

Die entdeckten Regionen, in denen sich das ZikaVirus vom nächsten Verwandten Dengue-Virus unterscheide, könnten daran beteiligt sein, dass es dem Virus gelingt, die Plazentaschranke zu überwinden, vermuten die Wissenschaftler.

"Die Bestimmung der Struktur bedeutet einen Fortschritt in unserem Verständnis von Zika - ein Virus, über das wenig bekannt ist", sagte Richard Kuhn, der ebenfalls an der Studie mitgewirkt hat. Seiner Auffassung nach könnten die Erkenntnisse auch helfen, mögliche Impfstoffe gegen das Virus und bessere Diagnoseverfahren zu finden.

Bei der Strukturauflösung half den Forschern die Kryo-Elektronenmikroskopie. Dabei wird das Virus schockgefroren, sodass die Struktur gut erhalten bleibt.

Ebenfalls hilfreich war die Erfahrung, die Kuhn mit Flaviviren hat, zu denen ja das Zika-Virus zählt: So deckte er mit Kollegen 2002 und 2003 die Strukturen des Dengue-Virus und des West-Nil-Virus auf. Bei einigen Flaviviren ist ja bekannt, dass sie das Gehirn angreifen, wie das Japanische Enzephalitis-Virus und das FSME-Virus. (dpa)

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