Ärzte Zeitung, 14.02.2017
 

Vogelgrippe

500.000 Tiere in Geflügelbeständen getötet

BERLIN. Zur Bekämpfung der Vogelgrippe in Deutschland sind mehr als eine halbe Million Hühner, Puten und Enten getötet worden. Von November 2016 bis Januar 2017 betraf dies 391.000 Tiere in Beständen mit nachgewiesener Geflügelpest, erklärte das Bundeslandwirtschaftsministerium auf eine entsprechende Anfrage der Grünen. Weitere 154.000 Tiere wurden vorsorglich ohne Nachweis des Erregers H5N8 getötet. Grünen-Agrarexperte Friedrich Ostendorff sagte, die Vogelgrippe sei gefährlicher denn je. Er rief die Regierung auf, mehr für die Aufklärung der Verbreitung zu tun. (dpa)

Topics
Schlagworte
Infektionen (14538)
Krankheiten
Vogelgrippe (665)
[14.02.2017, 16:03:09]
Horst Grünwoldt 
Geflügel "Pest" oder Vogel-Grippe?
Als Human-Ärzte müßten Sie mich eigentlich fragen: Habt ihr Veterinäre auch noch den bakteriellen Pesterreger Yersinia pestis beim Geflügel, Schweinen und Rindern entdeckt, wenn ihr fortgesetzt von Geflügel-Schweine- und Rinderpest redet? - - -
Auf jeden Fall dürfte die unzeitgemäße Verwendung des Begriffes "Pest" im unredlichen Zusammenhang mit grippalen Infekten vom kryptischen Virus A-Typ (HxNy) als verbaler "Seuchen-Verstärker" wirken!
Und das ist augenscheinlich aktionistischen Seuchenbekämpfern hilfreich, ihre "vorsorglichen Tötungen" bei Tieren aller Art zu rechtfertigen.
Dabei geben lediglich (fehlerbehaftete) Laborbefunde von zumeist indirekten (immunologischen) Virus-Nachweisen an einzelnen erkrankten oder verendeten Tieren immer wieder das Startsignal zur Verkündung des "Ausbruchs" (?) der "Seuche" und soll Massentötungen im vorauseilenden Vollzug rechtfertigen. Begründet werden die i.d.R. mit vermeintlich "Hoch"-infektiösen oder "Hoch"-pathogenen Virus-Partikeln, die angeblich "grassieren" (herumschwärmen?),"sich (aktiv) ausbreiten" (?) oder "überspringen" können!(?).
So posaunen im 21. Jahrhundert immer noch hochrangige "Epi-Demio-Logen" (griech. auf-oder über dem Volk Redner) in ihren amtlichen "Seuchen"-Verlautbarungen -wie im Zeitalter der Miasmen- aus Universitäten, dem FLI und sogar RKI.
Dabei könnten die "aggressiven" (angriffsfähigen?) Eigenschaften des nachgewiesenen, endogen entstandenen, und aus abgestorbenen Zellen freigesetzten Partikels überhaupt erst in der (Inkubations-)Quarantäne eines geschlossenen, seuchenverdächtigen Tierbestandes infektiologisch festgestellt werden. Und zwar nach veterinärhygienisch und -klinisch zu beobachtenden Ansteckungs- oder Krankheitsverlaufs über mindestens eine Inkubations-Phase, und nicht etwa im bloßen, isolierten Zellkultur-Test als zweifelhafter "zytopathogener Effekt" (cpe) bestimmt werden!
So ergibt sich für den berufenen Tiergesundheits-Schützer und Gegner dieser ad-hoc-Massentötungen wertvoller Nutz- oder Zuchttiere der dringende Verdacht, dass dies im nebulösen "Seuchenhandeln" leichtfertig oder bewußt vermieden werden soll, weil möglicherweise überhaupt kein seuchenhafter Krankheits-Verlauf festgestellt werden kann.Darauf deutet u.a. auch die Vermanschung der Seuchenstatistik hin, die nicht zwischen tatsächlich erkrankten/verendeten Tieren und den massenhaft unauffälligen/gesunden "Gekeulten" unterscheidet, sondern lediglich pauschal von einer halben Million Seuchen- "Opfern" berichtet! Man stelle sich ähnliches "prophylaktisches" Handeln der Gesundheitsbehörden einmal bei Feststellung der humanen Influenza nach Verkündung als "Pandemie" durch die WHO vor!
Schließlich gilt seit langem, dass es unter dem Umgebungsdruck von infektiösen (und immunogenen,sic!) Agentien in lebenden Populationen auch zum Phänomen der "Stillen Feiung" kommt. D.h. unter ansonsten gesunden Lebensbedingungen (Ernährung, Klima u.a.) immunologisch Krankheitserreger neutralisiert werden. Wie sonst können die Seuchenexperten anschließend immer wieder vom "Ab-Ebben" der Grippe-"Welle" (welcher?) oder dem "Verschwinden" (wohin?) des (unbelebten!) Virus-Partikels reden?
Und das, obwohl die Reinigungs- und Desinfektions-Maßnahmen gegen den "unsichtbaren Feind" immer lückenhaft bleiben müssen, insbesondere beim Mitwirken von technischen Diensten (THW-Freiwillige, Militär u.a. potentiellen Seuchen- "Verschleppern").
Letztendlich hat das Ansehen der Tierseuchen-Bekämpfung spätestens seit Beginn des 21. Jahrhunderts mit der Erklärung des Phantoms "BSE" (pathol.Rinderhirnschwamm)zur ansteckenden Krankheit, und des fiktiven Erregers "Prion"-Eiweiß zum infektiösen Agens, sprichwörtlich schweren Schaden genommen. (Und das geschah u.a. durch einen aberwitzigen Tierversuch, in dem diskreten Mäusehirnen von der Größe eines Stricknadelkopfes Rinderhirn-Extrakt -unter Umgehung der Blut-Hirnschranke- eingespritzt wurde...Schließlich wurden bis heute abermillionen Tonnen wertvoller Eiweißstoffe (Schlachtabfälle) als sterilisiertes Tierkörpermehl hochenergetisch vernichtet, und so den Omvnivoren Schwein und Geflügel als Leistungsfutter vorenthalten. Stattdessen wurde in Brasilien weiter das Öko- und Klima-System am Amazonas gerodet, um als Nährstoff-Ersatz Sojabohnen verstärkt auf Feldern anzubauen. Dazu wurden in die "Seuchensprache" auch noch die medizinisch unzulässigen Begriffe "Rinderwahn", "mad cows" und "vaches folles" (engl./franz. "verrückte Kühe") aufgenommen und epi-pandemisch verbreitet.
Was das Schreckgespenst der Molekularbiologen und Virologen -die Zelle als genetisches "Mischgefäß" für noch "höher"-pathogene oder "virulentere" (lat. giftigere?) RNS- Nanopartikel (sog.Virus= lat. Gift)- anbelangt, so hatte doch der große Louis Pasteur schon vor gut einhundert Jahren in seinen riskanten Tollwutversuchen festgestellt, dass es bei Überimpfung des caninen Rabies-Virus auf unterschiedliche Tierarten i.d.R. zur Erreger-Abschwächung (!) bis zur Wirkungslosigkeit in deren Organismus kommt.
Für mich als Veterinärmediziner, med. Mikrobiologe und Hygieniker ist fast noch bedeutsamer seine fundamentale (Anti-"Seuchen") Erkenntnis, dass nicht (nachgewiesene) Mikroben das gesundheitliche Problem sind, sondern der (Anreicherungs-)Nährboden auf dem sie sich gefährlich vermehren können; "Le (seul) microbe, c´est rien - le terrain, c´est tout!"
Dafür exemplarisch dürfte z.B. die Entstehung einer hospital-induzierten Sepsis sein, u.a. durch mangelhafte hygienische Katheterpflege und Vermehrung des MRSA-Keimes zu infektiösen Dosen im Wundsekret; oder die Umwelt-Anzucht der "Malaria"-Vektoren (ital. "schlechte Luft"?) und des Cholera-Erregers in stagnierenden Abwässern u.s.f.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wie Grippeviren ihr Erbgut steuern

Forscher haben nachgewiesen, wie Gene von Influenza-A-Viren an- und abgeschaltet werden. Die Erkenntnisse sollen die Entwicklung neuer Therapien vorantreiben. mehr »

6000 Euro Strafe für Informationen über Abtreibung

Wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche hat das Amtsgericht Gießen am Freitag eine ortsansässige Allgemeinärztin zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt. mehr »

Mehr Transparenz soll die Wogen der SPRINT-Studie glätten

Der Streit um die SPRINT-Studie hält an. Im Fokus steht die genutzte Methode der Praxisblutdruckmessung, um die sich Gerüchte rankten. Jetzt hat die SPRINT-Gruppe für mehr Transparenz gesorgt. mehr »