Ärzte Zeitung online, 11.02.2019

Kommentar

Keuchhusten ohne Keuchen

Von Beate Schumacher

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Zwar sind Säuglinge durch die Infektion am meisten gefährdet, Überträger sind aber vor allem Erwachsene, etwa zwei Drittel aller Keuchhustenfälle treten im Alter über 18 Jahren auf. Insofern ist es hilfreich, dass eine US-Leitlinie daran erinnert, welche Symptome bei hustenden Erwachsenen aufhorchen lassen müssen. Danach ist eine Pertussisdiagnose wahrscheinlich, wenn inspiratorisches Pfeifen und Erbrechen nach dem Husten auftreten. Fieber sowie das Fehlen von Hustenattacken sprechen dagegen eher für eine andere Ursache.

Zum Ausschluss einer Pertussisdiagnose sollten die Empfehlungen trotzdem nicht herangezogen werden. Das RKI weist ausdrücklich darauf hin, dass viele Erwachsene, ebenso Jugendliche und geimpfte Kinder, keines der klassischen Symptome zeigen. Mit anderen Worten: Es gibt Beschwerden, die starke Indikatoren für einen Keuchhusten sind. Das Fehlen dieser Symptome ist aber so wenig wie eine Impfung ausreichend, um Pertussis mit Sicherheit ausschließen zu können.

Um den Schutz der Jüngsten sicherzustellen, muss man auch bei Patienten, die lediglich an langanhaltendem Husten leiden und eventuell sogar geimpft sind, an die Möglichkeit eines Keuchhustens denken und dies gegebenenfalls im Labor überprüfen lassen.

Lesen Sie dazu auch:
Leitlinie: Wann ist Husten verdächtig auf Keuchhusten?

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