Ärzte Zeitung, 04.02.2004

Kaum Infektionsgefahr durch Vogelgrippe bei Asienreisen

Verdacht auf Infektion bei deutscher Touristin ausgeräumt

BERLIN (dpa). Die Vogelgrippe breitet sich jetzt verstärkt in China aus. Das H5N1-Influenza-Virus wurde inzwischen auch bei Geflügel in Indonesien nachgewiesen. Reisewarnungen in die betroffenen Länder gibt es derzeit nicht.

Das Vogelgrippe-Virus hat inzwischen vier weitere Provinzen in China erreicht, teilt die Weltgesundheitsorganisation WHO mit. Damit seien Geflügel-Erkrankungen mit dem Virus in zehn der 31 chinesischen Provinzen bekannt geworden. Neue Fälle von Tier-Infektionen werden zudem aus Vietnam und Thailand, sowie aus Indonesien gemeldet. In Vietnam und Thailand sind bisher auch Erkrankungen bei 14 Menschen bekannt, zwölf davon sind gestorben.

Der Verdacht auf Vogelgrippe bei einer deutschen Thailand-Touristin ist vom Influenza-Referenzzentrum in Hannover endgültig ausgeräumt worden. Die Patientin hat sich nach Angaben des Referenzzentrums mit einem menschlichen Grippevirus infiziert.

Das Auswärtige Amt hält trotz der Vogelgrippe Reisen in die betroffenen Länder für medizinisch unbedenklich. Nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg ist das Vogelgrippe-Infektionsrisiko für Geschäftsreisende und Touristen in Ostasien sehr gering. Der Verzehr von durchgegartem Vogelfleisch und gekochten Eiern sei unbedenklich. Reisende sollten jedoch Kontakte zu lebendem Geflügel und Wasservögeln meiden.

Informationen zu Reisen in die betroffenen Länder können beim Auswärtigen Amt Berlin unter Tel.: 030 / 50 00-20 00 abgerufen werden.

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