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Neue Option zur Prophylaxe von Influenza

MÜNCHEN (fvw/eis). Bei einer Grippewelle erkranken fünf bis 15 Prozent der Bevölkerung. Zum Beispiel Menschen, die keine Impfung haben, kann dann eine medikamentöse Prophylaxe angeboten werden. Mit Zanamivir ist dazu jetzt ein weiteres Medikament zugelassen.

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Zur Prophylaxe von Influenza stehen Neuraminidasehemmer und Amantadin zur Verfügung. Ganz neu hat jetzt Zanamivir (RelenzaTM) die Zulassung für die Prophylaxe von Influenza für Menschen ab einem Alter von fünf Jahren erhalten.

Zanamivir wird als Pulver inhaliert und unterbindet auf der Oberfläche des Respirationstrakts die Virusreplikation. Da es fast ausschließlich lokal wirkt, hat es praktisch keine unerwünschten Wirkungen, hat Professor Klaus-Dieter Kossow aus Achim berichtet. Dosisreduzierungen bei Nieren- und Lebererkrankungen seien daher nicht erforderlich, sagte Kossow auf einer von GlaxoSmithKline unterstützten Veranstaltung in München.

Vorbeugende Wirkung wurde in Studien belegt

Die Wirksamkeit der Neuraminidasehemmer bei der Influenza-Prophylaxe wird in klinischen Studien mit 70 bis 90 Prozent angegeben. Die Schutzwirkung von Zanamivir wurde zum Beispiel in einer kontrollierten Studie mit 799 Familien in den USA belegt (NEJM 343, 2000, 1282). In 337 Familien davon (35 Prozent) war bei einer Grippewelle mindestens eine Person (Index-Patient) an Grippe erkrankt. Die Erkrankten wurden mit Zanamivir behandelt, andere Familienmitglieder erhielten entweder Placebo oder 10 mg Zanamivir über zehn Tage als Prophylaxe.

79 Prozent Schutz nach Exposition

Das Ergebnis: Binnen 28 Tagen trat im Durchschnitt in einer von fünf Familien aus der Placebo-Gruppe Influenza auf. In der Zanamivir-Gruppe gab es aber nur in einer von 25 Familien Influenza. Insgesamt schützte Zanamivir 79 Prozent der Teilnehmer vor Influenza.

Fachgesellschaften sprechen sich für die Prophylaxe von Influenza mit Neuraminidasehemmern aus. So rät zum Beispiel die Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) für ungeimpfte Personen nach engem Kontakt mit Erkrankten binnen 48 Stunden zu einer Poststexpositionsprophylaxe. In der Regel werden dazu einmal täglich 10 mg Zanamivir über sieben Tage empfohlen.

Prophylaxe bei neuartigen Viren

Eine saisonale medikamentöse Prophylaxe ist nach Angaben der DVV zu erwägen, wenn die im Impfstoff enthaltenen Virusstämme nicht mit den zirkulierenden Viren übereinstimmen, besonders bei einer Pandemie.

"Die beste Art der Influenza-Prävention ist allerdings die Impfung", betonte Kossow. Impfschutz wird allen Menschen über 60 Jahren sowie chronisch Kranken etwa mit Diabetes, Herzkreislauf- oder Lungenkrankheiten empfohlen. Außerdem wird Menschen mit beruflichen Infektionsrisiken zur Grippe-Impfung geraten.

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