Ärzte Zeitung online, 03.02.2017

Grippewelle hält an

ARE-Aktivität ist regional stark erhöht

ARE-Aktivität ist regional stark erhöht

Die Zahl der Grippe-Erkrankungen ist weiter gestiegen.

© iStock / enzart / Getty Images / Thinkstock

BERLIN. Die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) ist in der 4. KW 2017 (21. bis 27. Januar) im Vergleich zur Vorwoche bundesweit gestiegen, berichtet die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am Robert Koch-Institut. Der Praxisindex lag insgesamt im Bereich deutlich erhöhter ARE-Aktivität, in den AGI-Regionen Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz/Saarland, Sachsen und Thüringen im Bereich stark erhöhter ARE-Aktivität. In der 4. KW war die Influenza-Positivenrate mit 74 Prozent in der Altersgruppe der 5- bis 14-Jährigen am höchsten.

Arztpraxen gesucht

Die Arbeitsgemeinschaft Influenza sucht weiterhin neue Sentinelpraxen (Haus- und Kinderarztpraxen). Infos unter https://influenza.rki.de/Sentinelpraxis.aspx oder per E-Mail: agi@rki.de

Im Nationalen Referenzzentrum für Influenza (NRZ) wurden in der 4. KW in 207 (71 Prozent) von 292 Sentinelproben respiratorische Viren identifiziert. Von diesen 207 Proben mit Virusnachweis waren 159 Proben (77 Prozent) positiv für Influenzaviren, 37 (18 Prozent) positiv für Respiratorische Synzytial (RS)-Viren, 16 positiv für Rhinoviren, acht positiv für Adenoviren und vier positiv für humane Metapneumoviren. Für die 4. Meldewoche 2017 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 9422 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt (Stand: 31. Januar). A(H3N2)-Viren seien bisher mit 96 Prozent die am häufigsten identifizierten Influenzaviren. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) habe seine Risikobewertung (Rapid Risk Assessment, RRA) der aktuellen Influenzasaison aktualisiert, so die AGI in ihrem wöchentlichen Bericht.

Während die saisonale Grippewelle in manchen Ländern wie Portugal und Italien bereits ihren Höhepunkt erreicht oder überschritten habe, nehme die Influenza-Aktivität in anderen Ländern der EU, wie zum Beispiel in Frankreich, Griechenland, Spanien und im Vereinigten Königreich (insbesondere Schottland) noch zu.

Aufgrund der niedrigen Durchimpfungsrate gegen Grippe innerhalb der Bevölkerung der meisten EU-Mitgliedsstaaten und aufgrund der suboptimalen Wirksamkeit des Influenza-Impfstoffes, sollte auch der zeitgerechte Einsatz von Neuraminidase-Hemmern, idealerweise innerhalb von 48 Stunden nach dem Auftreten erster Symptome, bei geimpften und ungeimpften Verdachtsfällen und laborbestätigten Influenza-Fällen innerhalb der Hochrisikogruppe erwogen werden. Auch eine Postexpositionsprophylaxe sollte bei Kontaktpersonen aus den Hochrisikogruppen immer erwogen werden. (mal)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Spahn soll Gesundheitsminister werden

Jünger und weiblicher will die CDU-Chefin ihr Kabinett und ihre Partei machen. In Männerhand bleibt das Gesundheitsressort: Jens Spahn soll hier der neue Minister werden. mehr »

Als Ärzte zu Mördern wurden

Vor 78 Jahren haben Ärzte auf der Schwäbischen Alb in Grafeneck erstmals Patienten mit Gas ermordet. Nachdem 10.654 Menschen tot waren, setzte das Schweigen ein. Jetzt hat die Ärztekammer an das dunkle Kapitel erinnert. mehr »

Praxen und Kliniken melden "Land unter"

Die heftige Grippewelle bringt Arztpraxen und Krankenhäuser an die Kapazitätsgrenzen. Manche Praxen müssen selbst wegen vieler erkrankter Mitarbeiter schließen, Kliniken nehmen teilweise keine Patienten mehr an. mehr »