Ärzte Zeitung online, 30.04.2018

Infektionskrankheiten

Die wichtigste Impfung

Ein Kommentar von Wolfgang Geissel

Wolfgang Geissel

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Schreiben Sie dem Autor: wolfgang.geissel@springer.com

Die hohe Krankheitslast durch Influenza wird jetzt durch Studiendaten der Europäischen Seuchenbehörde ECDC eindrucksvoll bestätigt. Danach geht jeder vierte bis dritte Todesfall durch eine Infektion in Europa auf das Konto von Influenza. Keinem anderen Erreger als dem Grippevirus fallen auf unserem Kontinent mehr Menschen zum Opfer.

Das ist auch in Deutschland so, wie die gerade zu Ende gegangene schwere Grippewelle zeigt. Die in diesem Winter bisher gemeldeten 1518 laborbestätigten InfluenzaTodesfälle sind dabei nur die Spitze des Eisbergs: Weil Influenza selten im Labor abgeklärt wird und Folgen wie Pneumonie, Sepsis oder Herzinfarkt nicht der Influenza zugeschrieben werden. Die wahren Zahlen der Grippetoten liegen mindestens um den Faktor zehn höher, sagte der STIKO-Vorsitzende Professor Thomas Mertens beim DGIM-Kongress.

Angesichts der hohen Krankheitslast erscheint auch die nur moderate Effizienz der Impfstoffe in einem anderen Licht. Wenn man von 12.000 Grippetoten im letzten Winter ausgeht, dann kann auch ein Impfstoff mit einer Wirksamkeit von nur 40 Prozent immerhin noch 4800 Todesfälle verhindern, sagte Mertens dazu. Oder auch: Mit keiner anderen Impfung lassen sich in Deutschland mehr Leben retten.

Lesen Sie dazu auch:
Ranking: Die schlimmsten Infektionskrankheiten

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