Direkt zum Inhaltsbereich

Rotaviren

Guter Impfschutz, wenig Interesse

Hochwirksam schützen zwei Impfstoffe vor Gastroenteritis. Die Impfraten sind aber gering.

Veröffentlicht:

MANNHEIM. Die Rotavirus-Impfung erspart vielen tausend Säuglingen und Kleinkindern jährlich schwere Gastroenteritiden.

Berichte über den DGIM-Kongress

Medienpartner beim 121. Internistenkongress ist die "Ärzte Zeitung". Vor und während des Kongresses werden Sie aktuell über wichtige Ereignisse und Veranstaltungen informiert. Danach gibt es eine Kongress-Nachlese.

Zu den Berichten über den DGIM-Kongress

Leider werden in Deutschland bisher nur knapp 40 Prozent der Säuglinge geimpft, wie Professor Markus Knuf, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche an den Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken Wiesbaden beim DGIM-Kongress bedauert hat.

Brechdurchfälle durch Rotaviren treffen in Deutschland jedes Kind, betonte Knuf beim Symposium "Infektiöse Diarrhoe". Die Erkrankung heilt zwar in der Regel ohne Folgen aus, viele Betroffene müssen aber wegen Exsikkose stationär behandelt werden.

Schutz bieten zwei hochwirksame Impfstoffe, so Knuf. In Studien wurde damit zu 92 Prozent vor Hospitalisierungen durch Rotavirus-Brechdurchfall und zu 91 Prozent vor schwerer Rotavirus-Gastroenteritis geschützt. Insgesamt ließen sich 74 Prozent der Rotavirus-Erkrankungen durch Impfen verhindern und 41 Prozent der schweren Gastroenteritiden überhaupt.

Besonders erfolgreich wird in Europa in Belgien, Österreich und Finnland gegen Rotaviren geimpft, mit Impfquoten von über 90 Prozent, berichtete Knuf. In Deutschland würden trotz genereller Impfempfehlung bisher bundesweit nur Schutzraten von 30 bis 40 Prozent erreicht.

Dies liegt auch daran, dass im Alter von sechs Wochen mit der Schluckimpfung gestartet werden muss und damit zwischen der U3 (4.-5. Lebenswoche) und der U4 (3.-4. Lebensmonat) dafür ein weiterer Termin gelegt werden muss.

Dass sich die Impfung gegen Rotaviren lohnt, zeigt eine Analyse in Brandenburg. Dort ging seit Einführung der Impfung im Jahr 2006 bis zum Jahr 2013 die Zahl der gemeldeten Fälle um 80 Prozent zurück, und zwar von fünf Rotavirus-Gastroenteritiden pro 100 Säuglinge auf je einen Fall pro 100.

Die Hospitalisierungsraten wegen Rotavirus-Gastroenteritis gingen im gleichen Zeitraum um 72 Prozent zurück: von 2,5 auf 0,7 Fälle pro 100 Säuglinge (Impfbrief online 2015 vom 27. März). (eis)

Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Deprescribing PPI

Protonenpumpenhemmer absetzen: Wie das am besten gelingt

Patienten häufigste Täter

Medizinstudierende erleben sexuelle Belästigung vor allem im PJ

Hypercholesterinämie

Lipidsenker klug kombinieren

Lesetipps
Eine Ärztin spricht mit einer älteren Patienten. Die Patientin lächelt.

© StefaNikolic / stock.adobe.com

Sprechende Medizin

4 Tipps: So können Sie den Placebo-Effekt für die Therapie nutzen

Ein Arzt spricht mit einer Patientin

© K Davis/peopleimages.com / stock.adobe.com

Interview

Patient mit Mundgeruch: Wie Sie das im Patientengespräch ansprechen

Eine junge Frau sitzt auf dem Sofa und verschränkt ihre Arme, um ihre Hände auf die Brust zu legen.

© Yauhen / Stock.adobe.com

Psychologische Interventionen

Sprechende Medizin: 10 Schritte bei chronischen Schmerzen