Ärzte Zeitung, 28.06.2016
 

Grillsaison

Mit der Wärme steigt das Risiko für Darminfekte

Eine aktuelle Studie belegt die Bedeutung einer guten Lebensmittelhygiene im Sommer.

HANNOVER. Salmonellen und Campylobacter gehören zu den häufigsten Erregern bakteriell bedingter Diarrhöen. 2013 wurden in Europa 215.000 Campylobacter- und 85.000 Salmonellen-Fälle registriert. In Deutschland sind beide Infektionen meldepflichtig.

Dass die Infekte stark mit warmem Wetter assoziiert sind, haben jetzt Forscher der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) belegt. Sie haben Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) in Beziehung zu Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes gesetzt (Scientific Reports 2016; online 21. Juni).

Ausgewertet wurden 212 Wochen von 2001 bis 2004 in München und Berlin sowie in drei ländlichen Gebieten in Nordschwaben, so die TiHo in einer Mitteilung.

Ergebnis: Mit steigenden Temperaturen nahmen die Salmonellen- und Campylobacter-Fälle mit etwa fünfwöchiger Verzögerung deutlich zu.

"Aus früheren Studien war bereits bekannt, dass die Erkrankungen vermehrt vom Frühjahr bis zum Herbst auftreten ,- ein Bezug zur Temperatur wurde aber noch nie hergestellt", wird Professor Günter Klein, Leiter des Instituts für Lebensmittelqualität und -sicherheit an der TiHo in der Mitteilung zitiert.

Die fünfwöchige Verzögerung sei allerdings nur ein ungefährer Wert, weil die Infektionen in der Regel mit einer Verzögerung gemeldet werden. Zudem sind der Infektionszeitpunkt und Inkubationsdauer nicht erfasst.

Salmonellen und Campylobacter werden über Eier, Milch, Fleisch und andere tierische Lebensmittel übertragen. Der Anstieg von Salmonellenerkrankungen im Sommer wird zum Teil mit der Grillsaison erklärt, weil Fleisch oft nicht gut durchgegart wird; damit die Keime sich nicht auf Lebensmitteln vermehren, ist konsequente Kühlung nötig.

Bei Campylobacter ist die richtige Lagerung nicht so entscheidend, da sich der Keim nach heutigem Wissen nicht auf Lebensmitteln vermehrt. Von Frühling bis Herbst sind die Keime vermehrt in Tierhaltungen (vor allem Geflügel) zu finden. (eb/eis)

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