Ärzte Zeitung online, 04.02.2014

Kommentar

Spar-Tipps für Antibiotika

Ein Poster mit einer Selbstverpflichtung zum maßvollen Einsatz von Antibiotika hat sich in der Praxis bewährt.

Von Elke Oberhofer

Bei der Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten stehen wir vor einem Dilemma: Einerseits tauchen immer neue multiresistente Erreger auf, andererseits stagniert die Entwicklung neuer Antibiotika. Mit Neueinführungen ist auch in den nächsten Jahren kaum zu rechnen; umso mehr müssen wir uns bemühen, die Waffen, die wir haben, nicht stumpf werden zu lassen.

Wie man mit Einfallsreichtum dazu beitragen kann, hat jetzt ein Team aus Los Angeles vorgeführt. Die Forscher forderten Ärzte auf, ein Poster mit einer Selbstverpflichtung in der Praxis aufzuhängen.

Damit gelobten die Teilnehmer vor sich selbst und vor ihren Patienten, Antibiotika nicht unbedacht einzusetzen, um zu verhindern, dass sich immer mehr Resistenzen bilden. Der Plan ging auf: Der Anteil unangemessener Verordnungen sank.

In Zukunft werden wir noch mehr solcher unkonventioneller Ideen brauchen. Sie müssen aber praxisnah sein. Grundsätzlich Kulturen anzufertigen, bevor man ein Antibiotikum einsetzt, wie es die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt, wird nicht funktionieren.

Aber ein Poster an die Wand pinnen, mit dem man sich selber auf eine maßvolle Verschreibungspraxis festnagelt, das ist machbar. Viel Spaß beim Ausdenken eigener Konzepte zum Antibiotikasparen!

Lesen Sie dazu auch:
Bei der Ehre gepackt: Praxisposter reduziert Antibiotika-Einsatz

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Lebensmittelallergie kommt oft mit den Jahren

Viele Menschen glauben, sie haben eine Nahrungsmittelallergie – dabei ist das oft falsch, so Forscher. Und wer eine hat, bekommt sie häufig erst als Erwachsener. mehr »

Wenn HIV-Selbsttests falsch anschlagen

Die Packungsbeilagen etlicher HIV-Selbsttests sind fahrlässig unvollständig: Über die eher geringe Wahrscheinlichkeit, bei einem positiven Test tatsächlich infiziert zu sein, erfahren Anwender nichts. mehr »

Für eine Welt ohne Typ-1-Diabetes

Ein hohes Risiko für Typ-1-Diabetes im Kindesalter erkennen und die Krankheit verhindern, ist das Ziel von Wissenschaftlern. Eine provokante PR-Aktion wirbt für ihre Arbeit. mehr »