Ärzte Zeitung online, 22.10.2013
 

Trier

Serratien bei sechs Frühgeborenen gefunden

TRIER. Bei sechs Frühgeborenen in einem Trierer Klinikum sind bei einem Routineabstrich gefährliche Bakterien nachgewiesen worden. Keines der Kinder zeige derzeit Krankheitssymptome, teilte das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen am Montag mit.

Bei dem Erreger handelt es sich demnach um Serratia marcescens. Die Bakterien sind für gesunde Erwachsene meist ungefährlich, bei Babys und Menschen mit geschwächtem Immunsystem können sie aber schwere Erkrankungen wie Sepsis, Meningitis oder Lungenentzündung verursachen. Serratien lassen sich gut mit Antibiotika bekämpfen.

Die Bakterien seien offenbar von einem Frühgeborenen, das sich mittlerweile erholt habe, auf die betroffenen Kinder übergegangen, hieß es.

Die sechs Frühchen werden auf der Kinder-Intensivstation des Klinikums isoliert behandelt. "Wir sind im ständigen Austausch mit den Eltern", sagte Wolfgang Thomas, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin.

In Absprache mit den Behörden seien die Intensivstation sowie eine benachbarte Früh- und Neugeborenenstation vorerst für Neuaufnahmen geschlossen.

Infektionen mit Serratien hatte es kürzlich auch in Münster, in Sankt Augustin bei Bonn und an der Charité in Berlin gegeben, in allen Fällen waren ebenfalls Frühchen betroffen. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »