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Berliner Keime

Baby-Bad entlastet

Die Obduktion bringt nun Klarheit: Serratia waren nicht die Ursache für den tragischen Babytod am Deutschen Herzzentrum. Auch an den Babypflegemitteln liegt es nicht.

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Das Obduktionsergebnis entlastet das Deutsche Herzzentrum in Berlin.

Das Obduktionsergebnis entlastet das Deutsche Herzzentrum in Berlin.

© Marc Tirl / dpa

BERLIN (dpa). Das schwer kranke Baby, das am Deutschen Herzzentrum operiert wurde, ist ersten Obduktionsergebnissen zufolge nicht an den Folgen einer Infektion mit Serratia marcescens gestorben.

Die Staatsanwaltschaft hatte nach Infektionen und Besiedelungen an der Charité und am Herzzentrum eine Exhumierung und Untersuchung des bereits bestatteten Säuglings veranlasst.

Außerdem scheiden auch untersuchte Babypflegeprodukte als Auslöser für die Keim-Infektionen aus. Sie waren zunächst in Verdacht geraten.

Nach vorläufigen Bewertungen sei davon auszugehen, dass das Kind nach einer hoch komplizierten und riskanten Operation eines natürlichen Todes gestorben sei, teilte die Staatsanwaltschaft in Berlin am Mittwoch mit.

Weitere Untersuchungen zur abschließenden Klärung der Todesursache stünden noch aus. Die Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung anderer Kinder durch eine Infektion mit Serratia dauern noch an.

Auch Charité-Chef Professor Karl Max Einhäupl hatte betont, das Baby habe zwar eine Serratia-Infektion gehabt, sei aber nicht daran gestorben. Vielmehr habe der angeborene Herzfehler den Tod herbeigeführt.

Die Ärzte hatten die geringen Überlebenschancen des schwer kranken Säuglings durch die Operation erhöhen wollen. Obwohl die Op selbst erfolgreich war, verschlechterte sich der Zustand des Kindes.

Kein Zusammenhang mit Pflegebädern

Schließlich wurden die lebenserhaltenden Apparate im Einvernehmen mit den Eltern abgestellt. Auf dem Totenschein wurde ein "natürlicher Tod" ausgewiesen.

Berlins Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat die Charité-Führung nun zu einer Sondersitzung des Aufsichtsrates gebeten, um die Vorkommnisse aufzuarbeiten. Der Termin wurde nach Aussagen eines Sprechers für Mitte November anberaumt.

Am Mittwoch waren die Vorfälle auch Thema im Wissenschaftsausschuss. Dort stand der ärztliche Direktor der Charité, Professor Ulrich Frei, Rede und Antwort. Die Diskussion, die inhaltlich keine neuen Details zutage gefördert habe, sei sachlich und unaufgeregt gewesen, hieß es.

Unterdessen sucht ein Team mit Experten aus Gesundheitsamt, Robert Koch-Institut sowie dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) weiter nach der Ursache der Infektionen auf Frühgeborenen-Stationen der Charité und am Deutschen Herzzentrum.

Inzwischen ist klar, dass Babypflegeprodukte nicht die Quelle für die Serratien auf den Klinik-Stationen sind. Das teilte das Uniklinikum am Mittwochabend mit.

Babypflegemittel zweier Drogeriemarktketten waren wegen einer Belastung mit Serratien-Keimen zurückgerufen worden. Eine Untersuchung der Mittel habe nun ergeben, dass es sich dabei um einen anderen als den Ausbruchsstamm handele.

Es bestehe somit kein Zusammenhang mit dem Ausbruch auf den Säuglingsstationen.

An der Charité liegen derzeit noch sechs Kinder, bei denen eine Infektion nachgewiesen wurde, und weitere sieben mit Keimbesiedlung, aber ohne Krankheitssymptome. Im Herzzentrum liegt noch ein Kind, das an den Keimen erkrankt ist, und ein weiteres ohne Symptome.

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