Ärzte Zeitung, 03.11.2011

Hotline-Impfen

FSME-Impfung: Muss das Impfschema rigide eingehalten werden?

FSME-Impfung: Muss das Impfschema rigide eingehalten werden?

Eine Kollegin fragt im Internet:
Eine junge Erwachsene hat den Impfstoff FSME-Immun vom vorigen Hausarzt erhalten: am 4. Mai 2009, am 11. Mai 2009 und am 2. Juni 2009. Die geforderte Impfung nach einem Jahr wurde um drei Monate zeitverzögert gegeben am 2. September 2010. Muss ich bei dieser geringen Zeitüberschreitung im vorgegebenen Impfabstand der Grundimmunisierung noch einmal eine komplette Grundimpfung beginnen? In der Fachinfo wird das sehr rigide angegeben.

Dr. Christine Nagler: Im vorliegenden Fall (immunkompetent (?), unter 50 Jahre) würde ich nicht noch einmal mit einer Grundimmunisierung beginnen, sondern nach drei Jahren regulär auffrischen. Allerdings ist mir nicht ersichtlich, nach welchem Schema die Patientin geimpft wurde.

Sollte womöglich aus Zeitmangel eine Schnellimmunisierung durchgeführt werden? In diesem Falle sollte die zweite Impfung erst zwei Wochen nach der ersten Impfung verabreicht werden. Oder sollte nach dem konventionellen Schema geimpft werden? Dann würde man die dritte Impfung als zweite zählen.

Die Impfung vom 11. Mai 2009 wäre dementsprechend überflüssig gewesen. Möglicherweise ist es zu einer Verwechslung bei den verwendeten Impfstoffen gekommen: Eine Schnellimmunisierung an den Tagen 0, 7 und 21 ist möglich bei Verwendung von Encepur®.

Für FSME-Immun gilt - wie angesprochen - bei der Schnellimmunisierung, dass zwischen 1. und 2. Dosis 14 Tage Abstand eingehalten werden sollte.

Ein Ärztemerkblatt FSME gibt es unter www.rki.de, "Infektionskrankheiten A-Z"
Zum Forum Hotline-Impfen

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Sepsis – "häufigste vermeidbare Todesursache im Land"

Alle sechs bis sieben Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an einer Sepsis. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar. Ärzte, Patientenschützer und Politiker fordern jetzt: Die Blutvergiftung muss als Notfall akzeptiert werden. mehr »

"Hacker kommen wie durch eine offene Tür in Arzt-Systeme"

Nehmen niedergelassene Ärzte Gefahren durch Cyber-Angriffe ernst genug? Sie selbst glauben das mehrheitlich. Ein Sicherheitsexperte gießt Wasser in den Wein. mehr »