Ärzte Zeitung, 06.05.2004

Bronchial-Ca-Patienten sprechen gut auf Kombitherapie an

Mitomycin plus Vinorelbin bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Bronchial-Ca geprüft / Zwischenauswertung der Daten von 22 Patienten

BERLIN (rom). Die Kombinationsbehandlung aus Mitomycin plus Vinorelbin schneidet bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) in der Sekundärtherapie ähnlich gut ab wie die Monotherapie mit dem Taxan Docetaxel.

Nach Berechnungen von Dr. Martin Hetzel von der Universitätsklinik in Ulm kommen in Deutschland etwa 10 000 Patienten mit NSCLC für eine sekundäre Chemotherapie in Betracht, weil nicht alle Patienten auf eine Primärtherapie ansprechen. Gerade für Patienten mit gutem Allgemeinzustand bietet sich nach Angaben von Hetzel die Kombination Mitomycin plus Vinorelbin an, unter anderem, weil beide Substanzen für ihre gute Verträglichkeit bekannt seien.

Um dies zu überprüfen, machten Hetzel und seine Kollegen eine prospektive, einarmige Studie, an der 40 zuvor behandelte NSCLC-Patienten im Stadium IIIb oder IV teilnahmen. In diesen beiden Stadien ist die Krebserkrankung der Lunge am weitesten fortgeschritten. In der prospektiven Studie waren Ende 2003 die Daten von insgesamt 22 Patienten auswertbar.

Nach drei Wochen Pause wurde Therapieschema wiederholt

Die Patienten hatten am ersten Tag 8 Milligramm pro Quadratmeter Körperoberfläche (mg/m2) Mitomycin C erhalten sowie 25 mg/m2 Vinorelbin am ersten und am achten Tag. Nach einer dreiwöchigen Therapiepause wurde das Schema wiederholt.

Die Zwischenauswertung: "Für die Patienten, die entweder gestorben sind oder in der Nachbeobachtung stehen, haben wir ein medianes Überleben von 7,3 Monaten", berichtete Hetzel beim Krebskongreß in Berlin auf einer Veranstaltung des Unternehmens Medac. "Das ist auch der Bereich, den wir unter einer Docetaxel-Monotherapie mit 75 mg/m2 sehen."

Das progressionsfreie Überleben der Patienten lag nach Angaben von Hetzel median etwa bei vier Monaten. Komplette Remissionen wurden nicht beobachtet. Partiell sprachen drei Patienten an, stabil blieb der Tumor bei neun Patienten, und bei zehn Patienten schritt die Erkrankung fort. "Wichtig erscheint mir der Hinweis, daß wir sehr geringe hämatologische und nicht-hämatologische Toxizitäten hatten", wie Hetzel in Berlin sagte.

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