Ärzte Zeitung, 05.12.2006

Taxan-Kombi vor Op verkleinert Magen-Ca

Neoadjuvantes Schema / Resektion im Gesunden möglich

LEIPZIG (scho). Die neoadjuvante Chemotherapie mit Epirubicin, Cisplatin und 5-Fluorouracil ist neuer Standard bei der Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenen Magenkarzinom. In einer Phase-II-Studie hat sich nun auch eine Kombination mit dem Taxan Docetaxel als vielversprechend herausgestellt.

Privatdozent Florian Lordick hat die Ansprechrate der präoperativen Therapie geprüft. Foto: scho

Die neoadjuvante - also der Operation vorgeschaltete - Chemotherapie beim lokal fortgeschrittenen Magenkarzinom verbessert die Überlebenschancen der Patienten. In einer britischen Phase-III-Studie wurde bei über 500 Patienten belegt, daß sich durch die Therapie mit Epirubicin, Cisplatin und 5-Fluorouracil die Tumormasse verringert. Mehr Patienten konnten kurativ operiert werden. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate betrug bei zusätzlicher Chemotherapie 36 Prozent, bei Patienten, die nur operiert wurden, nur 23 Prozent.

Die präoperative Chemotherapie gilt deshalb als neuer Standard in der Therapie beim lokal fortgeschrittenen Magenkarzinom, wie Privatdozent Florian Lordick von der TU München in Leipzig berichtet hat. Sie sollte bei allen Patienten im Stadium T3 (Infiltration der Serosa), Stadium T4 (Infiltration benachbarter Strukturen) oder bei Patienten mit Lymphknotenmetastasen gemacht werden. Das sagte Lordick auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

In einer Phase-II-Studie untersuchte Lordick die Ansprechrate einer präoperativen Therapie mit Docetaxel (Taxotere®), Cisplatin, Leucovorin und 5-Fluorouracil bei Patienten mit Magenkarzinom. 24 Patienten hatten ein lokal fortgeschrittenes Karzinom im Stadium T3 oder T4. 36 Patienten hatten Metastasen, so Lordick bei der von Sanofi-Aventis unterstützten Veranstaltung. Nach den RECIST-Kriterien (Response Evaluation Criteria in Solid Tumors) sprachen 50 Prozent der Patienten auf diese Therapie an, bei 43 Prozent kam es zu einer Tumorstabilisierung und bei 7 Prozent zur Tumorprogression.

Bei 23 der 24 Patienten mit lokal fortgeschrittenem Tumor wurde nach der Chemotherapie eine Resektion vorgenommen. Bei 20 Patienten wurde der Tumor im Gesunden reseziert, bei zwei Patienten waren die Resektionsränder mikroskopisch tumorinfiltriert, und lediglich bei einem Patienten ließ sich makroskopisch ein Resttumor nachweisen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »