Direkt zum Inhaltsbereich

Register gefordert

Therapielücken bei Lungentumoren

Das allgemeine Wissen um neuroendokrine Tumoren der Lunge (L-NET) sei zu gering, wurde beim Krebskongress in Berlin bedauert. Ein flächendeckendes Register soll weiter helfen.

Veröffentlicht:
Lunge im Blick.

Lunge im Blick.

© Springer Verlag

BERLIN. Ein bis zwei Prozent aller Lungentumoren weisen eine neuroendokrine Komponente auf. Allerdings sei das allgemeine Wissen um diese neuroendokrinen Tumoren der Lunge (L-NET) zu gering, so Professor Dieter Hörsch vom Zentrum für Neuroendokrine Tumoren in Bad Berka beim Deutschen Krebskongress in Berlin.

Für die betroffenen Patienten führe dies nicht selten zu einer Behandlungslücke, insbesondere in der Nachsorge. Anders als andere Lungenkarzinom-Patienten benötigten diese Patienten eine lebenslange Nachsorge, auch wenn sie kurativ operiert wurden, denn auch über Jahre unauffällige Patienten könnten noch Metastasen entwickeln.

Hier gelte es eine Lücke zu schließen, und zwar mit der Etablierung eines flächendeckenden Bronchialen NET-Registers. In diesem Register sollten seiner Ansicht nach unter anderen dokumentiert werden: Pathologie des Tumors, TNM-Stadium, Art und Qualität der operativen Therapie sowie Art der systemischen Therapie und Langzeitnachsorge.

Hörsch unterstrich die Notwendigkeit des Registers durch den Fall einer 52-jährige Patienten, die nach der Diagnose eines atypischen L-NET kurativ operiert worden war.

Subkutane Metastasen sind häufig

Mit der Indikation vertraute Onkologen, so Hörsch, wüssten, dass diese Tumoren gerne subkutan metastasieren. So entwickelte auch diese Patientin subkutane Knoten - zunächst in beide Brüste. Diese Knoten wurden im Brustzentrum reseziert und schließlich wurde eine beidseitige Ablatio durchgeführt.

Einerseits, so Hörsch, eine deutliche Übertherapie, andererseits entwickelte die Patientin in der Folge noch an anderen Stellen subkutane Metastasen, unter anderen im Bereich der Wirbelsäule und in der Leber.

Gerade um solche Patienten gehe es. Denn bei dieser Patientin seien nicht nur postoperativ Fehler gemacht worden. Wäre eine adäquate bildgebende Diagnostik schon zum Zeitpunkt der primären Therapieplanung vorgenommen worden, hätte man möglicherweise schon zu diesem Zeitpunkt subkutane Läsionen festgestellt.

Ein erster Schritt ist die Etablierung eines Bronchiale NET-Registers im Rahmen des deutschen Registers für Neuroendokrine Tumoren, das in diesem Jahr startet. Das Register sei, so Hörsch abschließend, in Ermangelung randomisierter klinischer Studien ein wichtiges Instrument der Datengenerierung und der Qualitätssicherung. (db)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studie MajesTEC-3: progressionsfreies Überlebenc

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neue Therapieoption beim rezidivierten oder refraktären Multiplen Myelom (RRMM)

Teclistamab-Daratumumab erzielt bislang unerreichten PFS-Vorteil bei RRMM ab dem 1. Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine schwangere Frau hält sich die rechte Bauchseite und telefoniert.

© T Mdlungu/peopleimages.com / Stock.adobe.com

Kasuistik

Schwangere mit akutem Abdomen: Der Blinddarm war es diesmal nicht

Bluttest

© NiDerLander / stock.adobe.com

Demenz erkennen

Neuer Ansatz für eine Alzheimer-Diagnostik mittels Bluttests