Ärzte Zeitung, 30.05.2005

Empfohlen: Wochentherapie mit Docetaxel

Zweitlinientherapie beim Bronchialkarzinom / Wochenschema weniger toxisch als höhere Dosis alle drei Wochen

BERLIN (gvg). Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) vertragen in der Zweitlinien-Chemotherapie eine einmal wöchentliche Anwendung von Docetaxel besser als die höher dosierte Applikation alle drei Wochen. Beide Schemata sind ähnlich wirksam.

Das hat eine Phase-III-Studie ergeben, über die Dr. Wolfgang Schütte vom Städtischen Krankenhaus in Halle berichtet hat. In der randomisierten, kontrollierten Untersuchung erhielten 208 Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC als Zweitlinien-Chemotherapie eine Monotherapie mit Docetaxel (Taxotere®).

In der einen Gruppe wurde ein Standardschema gewählt, bei dem die Substanz alle drei Wochen bis zum Auftreten einer Tumorprogression in einer Dosierung von 75 mg pro m2 Körperoberfläche intravenös appliziert wurde. "Das entspricht den aktuellen Empfehlungen der Amerikanischen Gesellschaft für klinische Onkologie ASCO", so Schütte beim 46. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie. Die anderen Patienten erhielten stattdessen wöchentlich 35 mg Docetaxel, mit je zwei Wochen Pause nach jeder dritten Applikation. Die Gruppen unterschieden sich nicht in Hinblick auf Geschlecht, Allgemeinzustand und histologischem Befund der Patienten.

"Beim zweiten Schema war das Toxizitätsprofil signifikant günstiger", so Schütte auf der vom Unternehmen Sanofi-Aventis unterstützten Veranstaltung. So trat in der Standardgruppe bei 22,5 Prozent der Patienten eine Alopezie auf, in der Gruppe mit wöchentlicher Docetaxel-Applikation nur bei 11,4 Prozent. Anämien gab es in der Standardgruppe bei sechs Prozent der Patienten und damit sechsmal häufiger als in der Vergleichsgruppe. Ähnlich verhielt es sich bei Leukopenien.

Keine signifikanten Unterschiede gab es bei der Effektivität der Therapie. Allerdings konnte Schütte beim medianen Überleben (9,3 versus 6,3 Monate) sowie bei der Einjahresüberlebensrate (39,5 versus 26 Prozent der Patienten) einen deutlichen Trend zugunsten der wöchentlichen Gabe beobachten.

"Aufgrund dieser Daten ist die wöchentliche Applikation eine empfehlenswerte Alternative in der Zweitlinien-Chemotherapie beim NSCLC. Hemmungen, eine entsprechende Therapie zu empfehlen, sollten daher weiter abnehmen", so Schüttes Fazit.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Neue Hoffnung auf wirksame Alzheimer-Therapie

Lässt sich der Krankheitsverlauf bei Alzheimer mittels Antikörper doch bremsen? Erstmals deutet sich ein solcher Erfolg in einer größeren Studie an. Das weckt Hoffnungen. mehr »

Was die Datenschutz-Folgenabschätzung ist

Praxen, Kliniken und MVZ, die in großem Stil Patientendaten verarbeiten, müssen laut DSGVO eine Datenschutz-Folgenabschätzung absolvieren. Medizinrechtler erläutern, wie das geht und was das überhaupt ist. mehr »

Tele-Hausarzt horcht aus der Ferne ab

Dr. Rafael Walocha betreut als Tele-Hausarzt Bewohner eines Pflegeheims per Video. Dabei kann er die Patienten sogar elektronisch auskultieren. Arzt und Patienten sind begeistert. mehr »