Ärzte Zeitung, 07.12.2016

Krebs-Prävention

Erweiterter Impfschutz gegen HPV

Zervixkarzinome werden von Humanen Papillomviren (HPV) verursacht. Der Impfstoff Gardasil®9 verbessert den Schutz.

Seit dem Frühjahr ist in Deutschland erstmals ein Impfstoff gegen neun Hochrisiko-Typen des Humanen Papillomvirus (HPV) verfügbar. Durch den breiten Impfschutz lassen sich bis zu 90 Prozent der zervikalen, vaginalen und vulvären Karzinome verhindern.

Gardasil®9 (Sanofi Pasteur MSD) schützt zusätzlich zu den HPV-Typen 6, 11, 16 und 18, die schon seit zehn Jahren mit dem tetravalenten Impfstoff abgedeckt waren, vor Infektionen mit den Typen 31, 33, 45, 52 und 58 .

Die neun Virustypen sind für rund 90 Prozent der Zervix-, Vulva-, Vaginal- und Analkarzinome verantwortlich (Papillomavirus Res 2015, 1: 90).

Der Impfstoff ist für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab neun Jahren zugelassen, und zwar gegen die Vorstufen maligner Läsionen und Karzinome an Zervix, Vulva, Vagina und Anus, die durch die Impfstoff-HPV-Typen verursacht werden.

Ebenso ist die Impfung zur Prävention von Genitalwarzen (Condylomata acuminata) durch diese HPV-Typen zugelassen. Bei Mädchen und Jungen ab neun Jahren genügen zwei Impfdosen im Abstand von 5 bis 13 Monaten. Junge Frauen und Männer ab 15 Jahren werden laut Fachinformation nach einem 3-Dosen-Schema (0, 2, 6 Monate) geimpft.

In Deutschland wird die Impfung von der Ständigen Impfkommission (STIKO) allen Mädchen im Alter von neun bis 13 Jahren zur Reduktion von Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen empfohlen. Dazu kann ausdrücklich auch der neue Impfstoff verwendet werden.

Versäumte Impfungen sind nachzuholen. Da der Impfstoff nicht gegen alle onkogenen HPV-Typen schützt, müssen geimpfte Frauen die Zervixkarzinom-Früherkennung weiter in Anspruch nehmen, betont die STIKO. (eis)

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