Ärzte Zeitung, 26.11.2014

Rektumkarzinom

Welche Art der Bestrahlung ist erfolgreich?

Im Kontext der multimodalen Therapie bei Rektum-Ca ist sowohl die Kurz- als auch die Langzeitbestrahlung möglich. Was ist besser?

DÜSSELDORF. Sowohl die Kurzzeit-Radiotherapie (5-mal 5 Gy) als auch eine fraktionierte Bestrahlung mit insgesamt 50,4 Gy im Rahmen der Radiochemotherapie (RCT) bei Rektum-Ca beeinträchtige die Sphinkterfunktion - mit RCT ließen sich aber möglicherweise bessere Ergebnisse erzielen, erklärte Professor Rainer Fietkau vom Uniklinikum Erlangen auf dem DEGRO 2014.

Zum direkten Vergleich der beiden Regime stellte er zwei Studien vor. In der einen führte die RCT zu einem signifikant besseren Downsizing und Downstaging, höherer pCR-Rate und niedrigerer R1-Resektionsrate als die Kurzzeitradiatio.

Hinsichtlich des Sphinktererhalts war der Unterschied dagegen nicht signifikant (Radiother Oncol. 2004; 72(1): 15-24 und Br J Surg. 2006; 93(10): 1215-23).

Allerdings hatten nur 69 Prozent der Patienten eine komplette neoadjuvante RCT erhalten. Auch eine neuere Studie führte zu keinen eindeutigeren Erkenntnissen (J Clin Oncol. 2012; 30(31): 3827-33).

Wird ein Downsizing angestrebt, etwa bei T4-Tumoren, nicht ausreichendem Sicherheitsabstand zur mesorektalen Faszie, tief sitzenden Tumoren mit gewünschtem Sphinktererhalt, empfiehlt Fietkau die RCT. (koc)

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