Ärzte Zeitung, 26.02.2008

Docetaxel punktet bei Magen-Ca

Kombination mit Cisplatin plus 5-Fluorouracil verzögert Fortschreiten der Erkrankung

BERLIN (awa). In der palliativen Therapie bei Patienten mit Magenkarzinom gilt eine Docetaxelbasierte Therapie als ein neuer Standard: Die Zugabe von Docetaxel zum bisherigen Standard Cisplatin plus 5-Fluorouracil verlängert die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung und das Gesamtüberleben bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Magenkarzinom.

Die aktuellen Leitlinien der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC) zu gastroösophagealen Karzinomen bezeichnen die Dreierkombination aus Docetaxel (Taxotere®), Cisplatin und 5-Fluorouracil (DCF) in der Erstlinientherapie als "ein neues Referenzregime".

Studie mit fast 500 Patienten als Basis für Empfehlung

Basis dieser Empfehlung sei die Phase-III-Studie TAX 325. In dieser Studie erhielten 457 Patienten mit fortgeschrittenem Magenkrebs DCF oder Cisplatin plus 5-Fluorouracil (CF) als Erstlinientherapie, wie Privatdozent Ralf-Dieter Hofheinz aus Mannheim beim Krebskongress berichtet hat.

Die Erkrankung der Patienten - sie waren im Median 55 Jahre alt - war bereits weit fortgeschritten: fast alle hatten Metastasen und eine messbare Erkrankung. Im Vergleich zu Patienten der CF-Gruppe betrug die Zeit bis zur Progression bei Patienten der DCF-Gruppe mit 5,6 Monate 1,9 Monate länger. Nach zwei Jahren lebten zudem 18,4 Prozent der Patienten (in der DCF-Gruppe 8,5 Prozent).

Wachstumsfaktor G-CSF mildert Hämatotoxizität

Die höhere Hämatotoxizität der Dreierkombination könne eine Primärprophylaxe mit dem Granulozyten-Kolonie-stimulierenden Faktor G-CSF verringern, so Hofheinz auf einer Veranstaltung von Sanofi-Aventis. Mit G-CSF sinke die Rate febriler Neutropenien auf 10 bis 13 Prozent und somit auf das Niveau der Zweierkombination.

Die Therapie mit DCF sei vereinbar mit dem Erhalt der Lebensqualität. Die Studie habe zudem gezeigt, dass im Vergleich zu CF die Lebensqualität und der Allgemeinzustand in der DCF-Gruppe signifikant besser war, berichtete Dr. Salah-Eddin Al-Batran aus Frankfurt / Main. Nach einem Jahr hatte sich in der DCF-Gruppe bei mehr als 30 Prozent der Patienten die Lebensqualität nicht verschlechtert im Vergleich zu etwa 17 Prozent in der CF-Gruppe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »