Ärzte Zeitung, 10.09.2008

Szintigrafie schlägt Mammografie

Neu entwickeltes Verfahren bei Frauen mit dichtem Brustgewebe getestet  

ROCHESTER (ikr). Mit einem neuen Szintigrafie-Verfahren ist es US-Forschern gelungen, Mammakarzinome bei Frauen mit dichtem Brustgewebe viel zuverlässiger aufzuspüren als mit Mammografie.

Bei der als Molecular Breast Imaging (MBI) bezeichneten Methode wird den Frauen der radioaktive Marker Tc-99m Sestamibi intravenös injiziert. Die dabei abgegebene Strahlung wird von zwei halbleiterbasierten Gamma-Kameras aufgefangen.

So lässt sich gutartiges von malignem Brustgewebe unterscheiden, weil sich der radioaktive Marker bevorzugt in Krebszellen anreichert. In einer ersten großen Studie hat sich die MBI nun als erfolgreich erwiesen. Die Ergebnisse sind beim Breast Cancer Symposium der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Washington vorgestellt worden.

Die Biomedizin-Ingenieurin Carrie Hruska und ihr Team von der Mayo Clinic in Rochester haben 940 Frauen mit dichtem Brustgewebe und erhöhtem Brustkrebsrisiko, etwa wegen einer Genmutation, mit Mammografie sowie auch mit MBI untersucht. Mit MBI wurden zehn der insgesamt 13 Mammakarzinome erkannt, mit der Mammografie nur drei.

Acht Karzinome wurden nur mit MBI, eines nur mit Mammografie und zwei mit beiden Verfahren entdeckt. Zwei Tumoren blieben unerkannt. Aus den Daten haben die Forscher berechnet: Die Sensitivität der MBI beträgt bei Frauen mit dichtem Brustgewebe 75 Prozent, mit Mammografie nur 25 Prozent. Die Spezifität: 93 Prozent (MBI) versus 91 Prozent.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Beistand für die Mammografie

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »