Ärzte Zeitung, 14.12.2010

Prognose-Index für Brustkrebs mit Metastasen

KÖLN (ner). Weil es für Frauen mit metastasiertem Brustkrebs bislang keine kurative Therapieoption gibt, sind Instrumente zur Einschätzung der Prognose wünschenswert. Spanische Kollegen haben einen entsprechenden Vorschlag gemacht.

Mit Hilfe ihres Scores könnten Patientinnen mit gutem, intermediärem und schlechtem prognostischem Wert unterschieden werden, berichtete Professor Christian Jackisch aus Offenbach beim GynUpdate 2010 in Köln.

Retrospektiv waren bei 962 Frauen viele verschiedene Faktoren - angefangen vom Alter der Frauen über den Hormonrezeptorstatus, dem Grading, der Art der Metastasierung und anderem mehr - einer schrittweisen Regressionsanalyse unterzogen und für die Einzelfaktoren Koeffizienten errechnet worden.

Die Koeffizienten addierten sich schließlich zur Score-Summe. Als prognostisch gut erwies sich ein Score von unter 13 Punkten, als ungünstig ein Score von mehr als 15,6 Punkten.

Frauen mit niedrigen Score-Werten lebten im Median 3,7 Jahre, die mit den ungünstigen Score-Werten nur ein Jahr. Die Validität des Verfahrens müsse aber noch klinisch geprüft werden, hieß es. Bei ungünstiger Prognose könne man Patientinnen nebenwirkungsreiche Therapien ersparen und sich auf die Symptomkontrolle konzentrieren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Welcher Grippeimpfstoff ist für Senioren am besten?

Für ältere Menschen gelten spezielle Impf-Anforderungen, so die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie. Sie hat daher Tipps für Hausärzte zusammengestellt. mehr »

Personalmangel in der Pflege gefährdet Patienten

Die Gesundheitspolitik der künftigen Regierung wird einen Schwerpunkt bei Pflege setzen müssen. Davon zeigten sich Fachleute im Vorfeld des Kongress Pflege überzeugt. mehr »

Trivalente Impfstoffe jetzt wegwerfen?

Nach der Empfehlung der STIKO zum Einsatz von tetravalenten Impfstoffen stellt sich die Frage: Was soll jetzt mit noch vorhandenen, trivalenten Impfstoffen geschehen? mehr »