Ärzte Zeitung, 03.12.2012

Kommentar zu Krebs und Komplementärmedizin

Chancen besser nutzen!

Von Christine Starostzik

In Deutschland nutzen bis zu 70 Prozent der Frauen mit Brustkrebs Verfahren der komplementären und alternativen Medizin (CAM). 93 Prozent würden gerne schon zu Therapiebeginn mehr darüber erfahren, was sie zusätzlich tun können, um die Heilung zu fördern oder besser mit der Krankheit zu leben.

Doch mit ihren Onkologen und Gynäkologen kommen solche Gespräche nur selten zustande, wie eine Studie der Universität Freiburg ergab. Die meisten suchen Rat bei Freunden oder in der Familie.

Warum wird die Chance für eine umfassende Beratung nicht besser genutzt? Sie böte auch die Möglichkeit, vor eventuellen Gefahren komplementärer und alternativer Methoden zu warnen, bevor die Frauen Wunderheilern und Voodoo-Künstlern ins Netz gehen. Voraussetzung wäre natürlich eine gewisse Offenheit eingefleischter Schulmediziner für die sachliche Auseinandersetzung mit möglichen Begleittherapien.

Der Gewinn läge auf beiden Seiten: Eine Beratung, die außer Chemotherapie, Bestrahlung und Op auch auf individuelle Informationsbedürfnisse eingeht, stärkt nicht nur die Autonomie der Patientinnen, sondern auch deren Vertrauen in den behandelnden Arzt. Die Deutsche Krebsgesellschaft hat das Problem erkannt: Die "Leitlinie Komplementärmedizin" ist auf dem Weg.

Lesen Sie dazu auch:
Brustkrebs-Patientinnen: Viele wollen komplementäre Therapien

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[03.12.2012, 13:38:59]
Astrid Poensgen-Heinrich 
..wenn Sie mir mit diesen Kügelchen kommen wollen...
..dann brauchen sie garnicht weiter zu reden, da mache ich nicht mit! Diesen Spruch hörte ich von einem Schulmediziner! Und das höre ich mir nicht zweimal an. Bevor die vielen ignoranten und mit Nichtwissen reich gesegneten Schulmediziner sich nicht einschlägig informieren und - wenn ihnen die komlementäre Therapie auch nach intensivem Studium immer noch Bauchweh macht - dann ist es doch wünschenswert, die Patienten wenigstens zu einem entsprechenden Kollegen zu schicken oder mit adäquaten Informationen zu versorgen statt sie so vor den Kopf zu schlagen. Von der Situation, in der sich die Patienten bei dieser Fragestellung befinden, mag ich garnicht reden.. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Ein steiniger Weg nach Deutschland

Ob geflohen vor Krieg oder eingewandert aus anderen Teilen der Welt: Wer als ausländischer Arzt in einer deutschen Klinik oder Praxis arbeiten will, muss Ausdauer haben – und gutes Deutsch können. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen weht scharfer Gegenwind. mehr »