Ärzte Zeitung, 20.10.2010

Neue Wege bei der Eosinophilen Ösophagitis

Die lokale Behandlung mit Budesonid verringert die Beschwerden bei Patienten mit Eosinophiler Ösophagitis. Schweizer Forscher haben jetzt wichtige Grundlagen für weitere Therapieoptionen geschaffen.

Neue Wege bei der Eosinophilen Ösophagitis

Endoskopisches Bild einer histologisch gesicherten Eosinophilen Ösophagitis.

© Albertinen-Krankenhaus Hamburg; www.endoskopiebilder.de

BERN (eb). Anlass zur Hoffnung für Patienten mit einer chronisch entzündeten Speiseröhre: Schweizer Forscher haben nachgewiesen, dass die lokale Anwendung von Budesonid die Entzündung lindert. Zwar ist die Krankheit heute noch nicht heilbar, die Wissenschaftler der Universität Bern entwickeln aber derzeit verschiedene Arzneimittel für die Betroffenen (Gastroenterology online).

Eosinophile Ösophagitis (EoE) ist eine erst seit wenigen Jahren bekannte, chronische Entzündung der Speiseröhre, die zu erheblichen Schluckbeschwerden führt und zunehmend mehr Patientinnen und Patienten befällt. Forscher des Instituts für Pharmakologie der Universität Bern unter der Leitung von Professor Hans-Uwe Simon haben in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen EoE-Forschungsgruppe (Leiter: Professor Alex Straumann) in den vergangenen zehn Jahren wesentlich dazu beigetragen, diese Krankheit besser zu verstehen und erste Therapieformen zu entwickeln.

Nun berichten die Wissenschaftler erstmals über eine wirksame Therapie bei Eosinophiler Ösophagitis. In einer Placebo-kontrollierten, klinischen Studie beobachteten die Schweizer Forscher, dass die lokale Anwendung des Medikaments Budesonid sowohl die Beschwerden der Patienten als auch die zugrunde liegende Entzündung in der Speiseröhre deutlich verringerte. Budesonid wird unter anderem in der Behandlung von Patienten mit Asthma bronchiale eingesetzt.

Es wurden außerdem neue Indikatoren entwickelt und getestet, welche die Entzündung in der Speiseröhre charakterisieren und deren Schweregrad anzeigen. Die Resultate stellen einen Meilenstein für die künftige Therapie bei dieser Erkrankung dar, sagt Professor Simon. Weitere Studien müssen nun zeigen, wie die allergische Entzündung langfristig bekämpft werden kann. Denn durch die Behandlung mit Budesonid lässt sich die Erkrankung zwar kontrollieren, die Patienten sind aber nicht geheilt. Das Institut für Pharmakologie der Universität Bern ist gegenwärtig an der Entwicklung verschiedener Arzneimittel beteiligt, die an Zellen oder Zellprodukten des Abwehrsystems binden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Ein querschnittsgelähmter Mann kann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

OTC-Gebrauch verfälscht Laborwerte

Die meisten Patienten nehmen gelegentlich freiverkäufliche Arzneimittel ein. Nur wenige legen das gegenüber ihrem Arzt offen. Das hat Folgen, etwa für die Interpretation von Laborergebnissen. mehr »