Ärzte Zeitung online, 29.09.2012

Brechdurchfall

Suche nach Ursache der Gastroenteritis-Welle

Bis zu 7000 Kinder und Jugendliche in Ostdeutschland sind von der aktuellen Gastroenteritis-Welle betroffen. Noch unklar ist die Ursache. Die Suche geht heute und am Sonntag weiter.

BERLIN (dpa). Vier Tage nach dem Ausbruch der Magen-Darm-Erkrankungswelle im Osten Deutschlands wird weiter nach dem Auslöser gesucht. Nach aktuellen Berechnungen der Nachrichtenagentur dpa leiden fast 7000 Schüler, Kindergartenkinder und auch einige Lehrer an Durchfall und Erbrechen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden seit Dienstag mindestens 4.658 Krankheitsfälle bekannt (Stand 28. September). Sie seien überwiegend unkompliziert verlaufen.

Klar ist: Alle Betroffenen haben Kantinenessen vom gleichen Anbieter, der Firma Sodexo mit Sitz in Rüsselsheim in Hessen gegessen. Marlen Suckau, Referatsleiterin für Infektionsschutz in der Berliner Gesundheitsverwaltung, sagte in der rbb-"Abendschau", alle Kriterien der Krankheitswelle entsprächen denen einer Epidemie.

Bund-Länder-"Task-Force"

Unter Leitung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurde eine Bund-Länder-"Task-Force" eingerichtet, die mit den Gesundheitsbehörden die Aufklärung vorantreiben will. Das Bundesernährungsministerium hat einen internen Krisenstab eingerichtet.

Die Aufklärung der Waren- und Lieferströme möglicherweise betroffener Lebensmittel werde auch über das Wochenende mit Hochdruck fortgesetzt, hieß es.

Die Gastroenteritis-Welle hat Sachsen, Thüringen, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt erfasst. Zu den ersten Beschwerden war es am 25. September gekommen. Mecklenburg-Vorpommern blieb nach bisherigen Erkenntnissen verschont.

Bakterien, Viren oder Toxin?

Unklar ist, ob Noroviren, Salmonellen (Bakterien) oder gar natürliche Gifte Auslöser für eine der bundesweit größten Magen-Darm-Erkrankungswellen der vergangenen Jahre sind. Laut Suckau wird in Berlin an den kommenden Tagen mit einem Abklingen der Welle gerechnet.

Der Essen-Zulieferer Sodexo sieht sich nicht verantwortlich: Nach vergleichbaren Untersuchungen gebe es keine Hinweise darauf, dass die Fälle mit Sodexo-Produkten zusammenhängen, teilte das Unternehmen mit.

Zur Ursache machte das RKI am Freitagnachmittag keine Angaben. "Wir äußern uns nicht zum Erreger", sagte Sprecherin Susanne Glasmacher.

In Berlin haben die Behörden Noroviren und natürliche Gifte (Toxine) als mögliche Erreger im Verdacht.

Informtionen des RKI über die Gastroenteritis-Welle

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »