Ärzte Zeitung, 19.06.2012

Nervensignale können auch "Geisterfahrer" sein

BERLIN (eb). Signale entstehen nicht nur im Nervenzellkörper, sondern auch in den Axonen. Eine Filterzelle reguliert dabei die Signalweiterleitung, berichten Berliner Forscher (Science 2012; 336 (6087): 1458-1461).

Bisher nahm man an, dass Signale via Einbahnstraße fließen: Vom Zellkörper gelangen sie über das Axon zum nächsten Neuron, wo sie von Dendriten wie von Antennen empfangen werden.

Nun hat sich herausgestellt, dass Signale auch im Axon entstehen können, und zwar wenn Aktivitäten in den Nervenzellen zeitlich hoch synchron ablaufen, wie bei erhöhter Aufmerksamkeit.

Diese axonalen Signale laufen in zwei Richtungen und stellen damit ein neues Prinzip der Informationsverarbeitung dar: Zum einen werden sie zu anderen Nervenzellen geleitet und zum anderen in Richtung Zellkörper.

Allerdings besteht durch diese rückläufigen Signale die Gefahr einer übermäßigen Erregung der Zelle. Eine Filterzelle unterdrückt dies. Bei neurologischen Krankheiten wie Epilepsie sind diese Filter geschädigt.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »