Ärzte Zeitung online, 14.05.2018

Metastudie

Sport schützt vor Depression

Ein internationales Forscherteam assoziiert körperliche Aktivität mit einem geringeren Depressionsrisiko. Ihre Datenbasis: Über 250.000 Menschen.

Sport schützt vor Depression

Ob körperliche Betätigung und seelische Gesundheit zusammenhängen, wird schon lange erforscht. Eine Metastudie präsentiert nun eine anscheinend präventive Wirkung von Sport gegen Depressionen.

© kieferpix / stock.adobe.com

SIDNEY. Wer sich körperlich fit hält, hat ein geringeres Risiko, eine Depression zu entwickeln: Zu diesem Ergebnis gelangen internationale Forscher in einer Metastudie in "The American Journal of Psychiatry" (doi: 10.1176/appi.ajp.2018.17111194). Datengrundlage waren 49 Kohortenstudien.

Die Forscher konnten Menschen, die sich intensiv ertüchtigten, mit einem geringeren Risiko für Depressionen assoziieren (AOR=0,83, 95%, CI=0.79-0.88). Die protektive Wirkung von Sport ließ sich unabhängig von Alter und regionaler Herkunft herstellen, betonen die Wissenschaftler in ihrer Zusammenfassung. Insgesamt wurden Angaben von 266.939 Personen ausgewertet, wovon 47 Prozent Männer waren.

Die Studie schlägt in die gleiche Kerbe wie eine norwegische Studie letztes Jahr: In der HUNT-Kohortenstudie hatten die Forscher festgestellt, dass durch Sport jede achte Depression verhindert werden könnte.

Anpassung von Richtlinien?

Ihre Ergebnisse sollen dazu führen, dass Richtlinien angepasst werden und künftig stärker auf Sport setzen, so die internationalen Autoren in einer Mitteilung. Die Forscher planten weitere Studien, um abzuklären, wie viel und welche Art von körperlicher Betätigung für eine Risikoreduktion nötig ist. Die Studie liefert dahingegen keine neuen Erkenntnisse zu der umstrittenen Frage, ob Sport bei Depressiven eine Therapieoption darstellen könnte.

An der Studie haben brasilianische, australische, belgische und schwedische Forscher sowie Wissenschaftler aus dem Vereinigten Königreich und den USA mitgewirkt. (ajo)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Der Transgender-Trend

Paradigmenwechsel? Transsexuelle lassen sich sogar selbstbewusst für den "Playboy" ablichten. Psychiater warnen aber vor einem Geschlechtsdysphorie-Hype unter Jugendlichen. mehr »

Deshalb gibt's immer mehr Parkinsonkranke

Die absolute Zahl der weltweiten Parkinsonkranken hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Forscher haben eine Vermutung, warum der Anstieg in manchen Ländern so stark ist. mehr »

Das Brexit-Brimborium

Unser Londoner Blogger Arndt Striegler hat alle Tests bestanden und ist nun britischer Staatsbürger. Doch auch als Passinhaber ist er sich sicher: Die Briten werden nach dem EU-Ausstieg nicht besser dastehen als vorher. mehr »