Ärzte Zeitung, 28.09.2009

Kommentar

Frühe Therapie lohnt sich

Von Thomas Müller

Was bei Alzheimer und MS längst bekannt ist, gilt nun offenbar auch für Parkinson: Je früher die Patienten behandelt werden, um so besser für sie. Denn der Verlauf der Erkrankung lässt sich durch eine frühe Behandlung verzögern.

Sicher, absolut wasserdicht ist der Nachweis nicht, der jetzt erstmals in der ADAGIO-Studie für ein Parkinson-Medikament gelungen ist. So erscheint es zunächst paradox, dass zwar für die 1-mg-Dosierung, nicht aber für die 2-mg-Dosierung von Rasagilin eine signifikante Verzögerung des Krankheitsverlaufs beobachtet wurde.

Als plausibelste Erklärung nennen die Studienautoren eine stärkere symptomatische Wirksamkeit der höheren Dosis, die den schwächeren Effekt auf die Krankheitsprogression maskiert, was daran liegen könnte, dass die Patienten alle noch in einem sehr frühen Stadium waren. So ließ sich in der Quartile mit den am stärksten erkrankten Patienten auch mit der 2-mg-Dosierung eine signifikante Progressionsverzögerung beobachten, dies war auch in der kleineren TEMPO-Studie mit Rasagilin der Fall, an der stärker kranke Patienten teilnahmen.

Vieles spricht also dafür, dass der Effekt kein Artefakt ist. Man darf nun gespannt darauf sein, was Studien mit anderen Medikamenten ergeben.

Lesen Sie dazu auch:
Morbus Parkinson lässt sich bremsen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »