Direkt zum Inhaltsbereich

Cannabis-Konsumenten werden immer jünger

BERLIN (af). Das durchschnittliche Einstiegsalter von Cannabis-Konsumenten ist zwischen 1993 und 2001 von 17,5 auf 16,5 Jahre gesunken, das berichtete die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in Berlin bei der Vorstellung eines neuen Sucht-Reports zum Haschisch-Konsum.

Veröffentlicht:

Bereits Zwölfjährige rauchten heute regelmäßig einen Joint. Es seien derzeit schätzungsweise 15 000 Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 25 Jahren, die sich in den 1000 ambulanten Drogenberatungsstellen der DHS zum Thema Cannabiskonsum beraten lassen. Das sei etwa ein Prozent dieser Altersgruppe.

Von Bund und Ländern forderte der DHS fünf Millionen Euro für eine Präventionskampagne und für zielgruppengerechte Hilfen. In Deutschland sind mehr als 50 000 Menschen von dem Rauschmittel abhängig. Wegen des gesunkenen Einstiegsalters solle das Geld vor allem in Präventionsprogramme für Jugendliche fließen. "Das erfordert ernsthafte nationale Anstrengungen in der Gesundheitspolitik", so DHS-Geschäftsführer Rolf Hüllinghorst.

"Cannabis ist keine Droge der Kindertagesstätten und Grundschulen" sagte Jost Leune. Er ist beim DHS zuständig für illegale Drogen. Richtig sei jedoch, daß Alkohol und Nikotin im Durchschnitt mit 13 beziehungsweise 14 Jahren zum ersten Mal konsumiert werden. Zigaretten gelten als Einstiegsdroge für den Cannabis-Konsum. Die Vertreter der DHS fordern deshalb auch ein generelles Rauchverbot an Schulen.

Der Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) im Haschisch sei seit den 60er Jahren nicht dramatisch gestiegen, heißt es in dem Sucht-Report der DHS. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes macht Haschisch mit einem Gehalt von über 18 Prozent THC etwa ein Prozent des sichergestellten Stoffs aus.

Leune forderte außerdem dazu auf, die mit Cannabis erwischten Jugendlichen nicht länger zu kriminalisieren. "Die juristischen Folgen überwiegen die gesundheitlichen Folgen bei weitem". Im Jahr 2003 waren mehr als 100 000 Jugendliche wegen Cannabis-Konsums angezeigt worden.



STICHWORT

Cannabis-Konsum

In Deutschland haben in den vergangenen zwölf Monaten schätzungsweise 22 Prozent der 15jährigen Jungen und 15 Prozent der Mädchen mindestens einmal Cannabis geraucht, so das Ergebnis einer WHO-Studie. Zum Vergleich: In der Schweiz haben 40 Prozent der 15jährigen schon einmal Cannabis geraucht, in der Tschechei 30 Prozent. Nahezu clean blieben die schwedischen Kids, bei denen 4,5 Prozent der Jungen und Mädchen schwach wurden. Ein Zusammenhang zwischen Drogenkonsum und Rechtssystem wurde nicht festgestellt. Die liberalen Niederlande liegen zwölf Prozentpunkte hinter den USA (36,5 Prozent). (af)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Nikotinsucht

Rauchentwöhnung: Neue Materialien für Hausarztpraxen

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Update der S3-Leitlinie

Neue Empfehlung in der Sepsis-Therapie

Lesetipps
Apixaban, ein orales Antikoagulans zur Behandlung und Vorbeugung von Blutgerinnseln sowie zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern.

© Soni's / stock.adobe.com

Vergleich bei dreimonatiger Therapie-Zeit

Apixaban vs. Rivaroxaban: Welches DOAK hat das geringere Blutungsrisiko?

Eine Ampel, bei der alle drei Lichter an sind.

© soulartist / stock.adobe.com

Häufige Nebenwirkung

Obstipation bei Schmerzpatienten: Ampeltest hilft bei Bewertung der Darmfunktion