Ärzte Zeitung, 25.06.2012

Mehr Behandlung schützt Trinker vor dem Alkoholtod

BERLIN (af). Würden mehr Menschen wegen ihrer Alkoholabhängigkeit behandelt, könnten in Deutschland rund 2000 Todesfälle vermieden werden.

Das geht aus dem für Deutschland erstellten Länderbericht "Alkoholkonsum, Alkoholabhängigkeit und Gesundheitsschäden - Szenarien eines verbesserten Zugangs zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit" hervor, der am Montag in Berlin vorgestellt wurde.

"Jeder achte Mann und mehr als jede vierzehnte Frau stirbt in Deutschland vorzeitig an den Folgen des Alkoholkonsums", sagte Professor Jürgen Rehm von der Technischen Universität Dresden.

Dennoch würden in Deutschland nur neun Prozent der Alkoholabhängigen behandelt.

Stärker auf Intervention setzen

Die Autoren des Länderberichtes empfehlen eine Abkehr von der Abstinenz als oberstem Therapieziel in der Behandlung von Trinkern.

Die wirksamste Intervention auf Bevölkerungsebene sei eine Ausweitung der pharmakologischen Behandlung, gefolgt von Kurzinterventionen in Krankenhäusern.

Bei einer Ausweitung der Behandlungsquote durch Medikation von derzeit neun auf 40 Prozent könnten etwa 2000 Todesfälle vermieden werden, schätzt Rehm.

Zu Aufklärung und Prävention müsse die Gesundheitspolitik verstärkt auch auf Intervention setzen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

"Manche Wortwahl irritiert mich sehr"

Gesundheitsminister Spahn wird wegen des TSVG von Ärzten kritisiert. Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" betont er: Es wird mit Falschinformationen Stimmung gemacht. mehr »

Galenus-Gala 2018 – Das sind die Gewinner

Was zeichnet innovative Arzneimittelforschung aus? Vier Medikamente und eine Forschergruppe erhalten den Galenus-von-Pergamon-Preis 2018. Für beispielhaftes soziales Engagement wurde zudem der CharityAward verliehen. mehr »

Stammzelltherapie stoppt aggressive MS

Je früher, desto wirksamer – auch bei der autologen Stammzelltransplantation: Die Aktivität der Multiplen Sklerose lässt sich wohl komplett unterbinden, wenn die Methode als First-line-Therapie eingesetzt wird. mehr »